Einfacher Selbsttest gibt Aufschluss

Knacken und Knirschen im Knie: Diese Ursachen kommen infrage


Aktualisiert am 20.10.2025 – 14:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Knieprobleme untersuchen lassen: Hier ist ein Orthopäde die richtige Anlaufstelle. (Quelle: SARINYAPINNGAM/getty-images-bilder)

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Beim Treppensteigen oder Hinhocken knackt es plötzlich im Knie? Viele kennen dieses Geräusch – oft ist es harmlos. Doch was steckt dahinter und wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Das Knie ist das größte Gelenk im Körper und komplex aufgebaut. Es verbindet Oberschenkel und Unterschenkel, ermöglicht Beugen, Strecken und leichte Drehbewegungen. Dabei gleitet die Kniescheibe über eine Art Rinne. Wenn die Oberschenkelmuskulatur zu schwach ist, kann die Kniescheibe dabei kurzzeitig verrutschen – das typische Knacken entsteht.

Solche Geräusche beim Bewegen des Knies sind in vielen Fällen unbedenklich, besonders wenn sie ohne Schmerzen oder Schwellungen auftreten. Auch leichte Fehlstellungen wie X- oder O-Beine oder vorübergehende Muskelschwäche nach Operationen können Knackgeräusche begünstigen.

Knirschen ist ein anderes Problem

Anders sieht es beim Knirschen aus. Dieses Geräusch hat eine andere Ursache und sollte immer medizinisch abgeklärt werden. Es entsteht häufig, wenn die Knorpelschicht hinter der Kniescheibe geschädigt ist, etwa durch Fehlstellungen, langjährige Überbelastung, Sport, Verletzungen oder altersbedingten Gelenkverschleiß.

Auch wenn keine Schmerzen auftreten, kann das Knirschen bereits ein Hinweis auf eine beginnende Arthrose sein. Denn der Knorpel reibt sich dabei ab, Knochenpartikel lösen sich und das Gelenk wird zunehmend geschädigt.

  • Arthrose im Knie: Was gegen die Schmerzen hilft und was schadet

Wer unsicher ist, ob das eigene Knie knirscht oder nur gelegentlich knackst, kann einen Selbsttest machen:

  • Aufrecht auf einen Stuhl setzen.
  • Eine Hand auf das Knie legen.
  • Das Bein langsam strecken und wieder beugen.

Wenn dabei ein raues Reiben hörbar und fühlbar ist, spricht das für ein Knirschen und damit für einen möglichen Knorpelschaden. In diesem Fall ist ein Arztbesuch ratsam.

Tritt zusätzlich zum Knirschen eine oder mehrere der folgenden Beschwerden auf, sollten Betroffene schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen:

  • anhaltende oder zunehmende Schmerzen
  • Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen
  • nachlassende Stabilität beim Gehen oder Stehen
  • auffälliges Reiben oder Blockieren im Gelenk

Unbehandelt kann aus dem Knirschen eine Kniearthrose entstehen. Diese schränkt nicht nur die Beweglichkeit ein, sondern kann im Verlauf zu einer dauerhaften Gelenkschädigung führen.

  • Knieschonendes Verhalten im Alltag: Die besten Übungen

Nicht jede Kniebeschwerde muss sofort operiert werden. Besonders in frühen Stadien lassen sich die Symptome häufig durch gezielte Maßnahmen deutlich lindern. Ein Muskelaufbau rund um das Knie, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur, kann die Kniescheibe stabilisieren und den Bewegungsablauf verbessern. Unterstützend wirken auch physiotherapeutische Übungen im Rahmen der Krankengymnastik.

Zusätzlich helfen individuell angepasste Einlagen oder Orthesen dabei, die Kniescheibe besser zu führen und Fehlbelastungen zu vermeiden. Wer übergewichtig ist, kann durch eine Gewichtsreduktion den Druck auf das Kniegelenk deutlich verringern. Erst wenn die Arthrose bereits weit fortgeschritten ist oder strukturelle Schäden im Gelenk vorliegen, kann eine OP notwendig werden.

Vorbeugen lässt sich das Knirschen im Knie nur eingeschränkt; Vor allem, weil die Ursachen oft individuell verschieden sind. Dennoch hilft es, das Knie nicht dauerhaft einseitig zu belasten, regelmäßig die Muskulatur zu trainieren und bei ersten Warnzeichen frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Viele greifen bei Gelenkproblemen zu Tabletten mit Glucosamin, Chondroitin oder Kieselerde. Doch bisher gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Belege für ihre Wirksamkeit bei Knorpelschäden. Wer sie einnimmt, tut dies meist in der Hoffnung auf einen Placeboeffekt – der immerhin in einigen Fällen spürbare Linderung bringen kann.

Knacken im Knie ist meist harmlos, Knirschen in der Regel nicht. Wer beim Bewegen des Knies ein raues Reiben spürt oder hört, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen, am besten, bevor Schmerzen oder bleibende Schäden entstehen. Je früher reagiert wird, desto besser lässt sich das Fortschreiten verhindern.

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