Übrig blieb nur seine Stirn

Hamburgs ältester Einwohner ist 7.500 Jahre alt


01.11.2026 – 14:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Luftaufnahme vom Hamburger Rathaus mit Binnenalster und Außenalster: Wissenschaftler rätselten lange über den Fund. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Thomas Lammeyer/imago)

Ein Knochen aus der Elbe erzählt eine jahrtausendealte Geschichte. Lange rätselten Forscher über seine Herkunft – nun gibt es neue Erkenntnisse.

Hamburgs ältester bekannter Einwohner lebte vor rund 7.500 Jahren. Von ihm ist allerdings nur ein einziger Knochen erhalten geblieben: ein Teil seines Schädels. Der ungewöhnliche Fund beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Erst 2026 konnten Forscher eine wichtige Frage klären.

Entdeckt wurde das Stirnbein bereits 1973 bei Baggerarbeiten in der Elbe zwischen Hahnöfersand und Cranz. Wie das Archäologische Museum Hamburg berichtet, handelt es sich um den ältesten bekannten menschlichen Knochenfund im Hamburger Raum. Das Museum bezeichnet den Steinzeitmenschen deshalb als den „ältesten Hamburger“.

Knochen aus der Elbe gibt Forschern lange Rätsel auf

Die Geschichte des Fundes nahm zunächst eine überraschende Wendung. Wissenschaftler hatten das Stirnbein ursprünglich auf ein Alter von etwa 36.000 Jahren datiert. Bestimmte Merkmale des Knochens deuteten darauf hin, dass er sowohl Eigenschaften des modernen Menschen als auch des Neandertalers aufweisen könnte.

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Deshalb stand zeitweise sogar die Vermutung im Raum, es könne sich um einen Nachkommen beider Menschenformen handeln. Spätere Untersuchungen korrigierten allerdings das Alter des Fundes deutlich nach unten: Der Knochen stammt aus der Mittelsteinzeit und ist ungefähr 7.500 Jahre alt.

Elbinsel Hahnöfersand (Archivfoto): Heute befindet sich unter anderem eine Justizvollzugsanstalt auf dem Areal. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Holger Weitzel/imago)

Im April 2026 veröffentlichten Wissenschaftler eine neue Untersuchung im Fachjournal „Scientific Reports“. Dabei verglichen sie die dreidimensionale Form des Stirnbeins mit Knochen von Neandertalern und modernen Menschen. Das Ergebnis: Der Fund lässt sich dem modernen Menschen (Homo sapiens) zuordnen. Hinweise auf die zuvor vermutete Mischform fanden die Forscher nicht.

Im Jahr 1973 wurde das Schädelstück eines Menschen zwischen Hahnöfersand und Cranz bei Baggerarbeiten im Spülsand der Elbe gefunden. (Quelle: AMH Hamburg)

Wie starb Hamburgs ältester Einwohner?

Trotz der neuen Erkenntnisse bleiben viele Fragen offen. Wie der Steinzeitmensch starb, ist bis heute unbekannt. Nach Angaben des Archäologischen Museums könnte der Knochen ursprünglich zu einer Bestattung gehört haben. Ebenso denkbar sei, dass der Mensch bei der Jagd ums Leben kam.

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