Kräuterwissen
Darum war Waldmeister früher zeitweise verboten
03.06.2026 – 03:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Duft von Waldmeister gehört zum Frühling. Doch die Pflanze galt lange als problematisch. Woran liegt das? Ein Überblick.
Waldmeister ist als Sirup, als Wackelpudding oder in der Maibowle für viele ein Frühlingsklassiker. Der frische und aromatische Duft der Pflanze wirkt harmlos und doch enthält sie einen Stoff, der bei Überschreitung eines Grenzwertes gesundheitliche Risiken birgt.
Darum galt Waldmeister lange als problematisch
Waldmeister wurde lange kritisch gesehen, weil er Cumarin enthält. Cumarin ist ein natürlicher Pflanzenbestandteil, der in größeren Mengen, bei regelmäßigem Konsum und in Abhängigkeit von der individuellen Sensibilität schädlich für die Leber sein kann.
Frischer Waldmeister enthält davon zunächst nur wenig. Erst beim Welken wird der Stoff vermehrt freigesetzt und das typische Aroma entsteht. Weil sich der Gehalt durch die Trocknung und Verarbeitung verändern kann, wird Cumarin genau bewertet und ist in Lebensmitteln streng reguliert.
Welche Menge gilt als unbedenklich?
Zur Orientierung gibt es einen sogenannten TDI-Wert („Tolerable-Daily-Intake-Wert“). Er definiert die Menge eines Stoffes, die täglich aufgenommen werden kann, ohne dass nach aktuellem Kenntnisstand gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und laut Europäischer Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) liegt dieser Wert für Cumarin bei 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Eine Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht würde die empfohlene Höchstverzehrmenge also bei sieben Milligramm erreichen.
Wichtig: Der TDI-Richtwert bezieht sich auf die langfristige tägliche Aufnahme. Kurzfristige Überschreitungen werden gesondert bewertet und sind nicht automatisch mit gesundheitlichen Folgen verbunden.
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Was genau war früher verboten?
Ein vollständiges Verbot von Waldmeister gab es in der Vergangenheit nicht. Cumarin wurde jedoch lange Zeit als isolierter Stoff in der Lebensmittel- und in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Als Studien in den 1950er-Jahren die lebertoxische Wirkung eines zu hohen Cumarin-Konsums belegten, wurde der Zusatz des Stoffes in Lebensmitteln untersagt.
Heute gilt kein Cumarin-Verbot mehr. Stattdessen existieren gesetzliche Höchstmengen für den Zusatz in verschiedenen Lebensmitteln. Diese sollen eine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahme sicherstellen.
Worauf beim Verzehr von Waldmeister grundsätzlich zu achten ist
In der Küche lässt man Waldmeister leicht anwelken, um ihn aromatischer zu machen. Bei der Verwendung kommt es vor allem auf die Dosierung an. Für Getränke wie Maibowle werden nur wenige Stängel benötigt.
Bei selbstgemachten Produkten kann der Cumaringehalt außerdem durch lange Ziehzeiten stark ansteigen. Deshalb wird empfohlen, die Pflanze nach circa 30 Minuten wieder zu entfernen. Die Schnittstellen sollten nicht mit eingeweicht werden.
