Vom Strand in die Fabrik
Aus Wal Timmy werden Biodiesel und Brennstoff
Aktualisiert am 09.06.2026 – 15:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Als Hope oder Timmy wurde er bekannt, jetzt ist klar, was aus dem toten Buckelwal wird: Autofahrer könnten unbewusst von ihm profitieren.
Die Überreste des toten Buckelwals, der in Deutschland wochenlang in den Schlagzeilen war, werden in einer dänischen Fabrik verwertet. Das bestätigte die Firma Daka Denmark, die sich des Kadavers annimmt.
Das auf der Homepage ausgegebene Motto der Firma lautet: „Wir geben die Ressourcen der Natur zurück.“ Eigener Auskunft zufolge ist das Unternehmen auf die „Sammlung, sichere Handhabung und das Recycling von Nebenprodukten aus Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie spezialisiert“.
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Mit anderen Worten: Daka Denmark kümmert sich um anderweitig nicht verwertbare Überreste von toten Tieren. Im Falle des als Hope oder Timmy bekannt gewordenen Wals heißt das: Die Masse wird zerkleinert und zermahlen, unter Druck gekocht, das Fett in Zentrifugen extrahiert. Schließlich landen Teile des Wals in Kraftstofftanks, andere Teile tragen zum Hausbau bei.
Biodiesel und Brennstoff: Das wird aus Buckelwalweibchen Timmy
In der Fabrik des Unternehmens in Randers werden die Wal-Überreste laut einem Sprecher zunächst in drei Bestandteile getrennt. Das Wasser wird gereinigt und in den Fjord geleitet. Das Fett – zum Beispiel aus der Speckschicht des Wals – wird in Biodiesel umgewandelt. Und alles andere – Knochen, Sehnen und Haut – wird zu einer Art Mehl verarbeitet, das als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik endet.

Der Buckelwal war vor einigen Wochen tot an den Strand der dänischen Insel Anholt angespült worden. Die Obduktion des Tiers hatte vergangene Woche ergeben, dass der Wal ein Weibchen war. Die Todesursache blieb dagegen unklar.
Knochen kommen ins Museum
Bei der mehrstündigen Untersuchung war der Wal geöffnet und zerteilt worden. Ein Bagger hatte die Kadaverteile in vorbereitete Container gehievt. Am Freitag waren die Überreste des Tiers vom Strand entfernt und am Montag abtransportiert worden. Manche Knochen kommen in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Diese Teile waren bereits am Freitag abgeholt worden.
Das Tier war ab Ende März mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative hatte den sehr geschwächten Buckelwal Ende April mit einem Lastschiff Richtung Nordsee geschleppt und dort ausgesetzt.
