Auto-Klassiker vor dem Comeback?

Die Rückkehr eines Totgesagten


11.05.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Beginn einer Weltkarriere: 1976 stürmte der Ford Fiesta den Markt. Jetzt könnte der einstige Rekordjäger als Stromer auferstehen. (Quelle: Thomas Geiger)

Vor 50 Jahren rollte der erste Fiesta vom Band und avancierte zum Rekordjäger der Autogeschichte. Nach seinem Aus verdichten sich nun die Gerüchte über ein Comeback. Offenbar prüft Ford ein Revival mit französischer Schützenhilfe.

Am 10. Mai 1976 läutete Ford eine neue Ära ein. In Saarlouis und kurz darauf in Valencia (Spanien) liefen die ersten Fiesta vom Band. Zum Herzstück der Produktion wurde jedoch Köln: Allein im Stammwerk baute Ford in den folgenden Jahrzehnten mehr als zehn Millionen Fahrzeuge.

Der Fiesta war nicht nur ein Kleinwagen, er war ein Phänomen. Den Meilenstein der ersten Million Exemplare erreichte er in nur 31 Monaten. Zum Vergleich: Der berühmte VW-Käfer hatte dafür zehn Jahre benötigt. Insgesamt verkaufte Ford weltweit mehr als 20 Millionen Stück. Dann endete die Fertigung. Zumindest vorerst.

Im Motorsport blieb der Fiesta über Jahrzehnte kaum zu schlagen. Vom giftigen XR2 der Achtzigerjahre bis zu den Weltmeistertiteln im Rallyesport zementierte er seinen Ruf als dynamischer Kleinwagen. Doch gegen den SUV-Boom und die sinkende Profitabilität klassischer Kleinwagen verlor er zuletzt an Bedeutung. Im Jahr 2023 endete die Produktion in Köln abrupt. Das Stammwerk wurde zum Elektrostandort umgebaut, der Name Fiesta schien endgültig Geschichte.

Zum 50. Jubiläum bahnt sich nun die Kehrtwende an. Ford scheint zu erkennen: Den Massenmarkt der Kleinwagen kampflos der Konkurrenz zu überlassen, wäre ein strategischer Fehler. Um den Kostendruck der Elektromobilität zu abzufedern, plant der Konzern laut Medienberichten den Schulterschluss mit Renault. Eine bewährte französische Plattform könnte dem Fiesta demnach ein zweites Leben schenken.

Es wäre eine Zweckgemeinschaft der Vernunft: Ford liefert den traditionsreichen Namen, Renault die Technik. So könnte das Auslaufmodell zum Zukunftsmodell werden.

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