Luxuslimousine von Yangwang

BYD will Rolls-Royce Konkurrenz machen


29.10.2026 – 17:52 UhrLesedauer: 4 Min.

Kampfansage: BYD will die Luxusklasse aufmischen. (Quelle: BYD)

BYD will mit dem Yangwang Altior in eine Klasse vordringen, die bisher von Rolls-Royce oder Maybach geprägt ist. Doch der Luxusliner steht für mehr als nur ein neues Spitzenmodell.

BYD ist in Europa vor allem als Hersteller vergleichsweise günstiger Elektroautos bekannt. Mit dem neuen Yangwang Altior soll sich dieses Bild nun deutlich verschieben. Die Luxusmarke des chinesischen Konzerns bereitet eine große Limousine vor, die nicht mehr nur gegen klassische Oberklassemodelle zielt, sondern in ein Segment vordringen soll, in dem Rolls-Royce, Bentley und Mercedes-Maybach seit Jahren den Ton angeben.

Offiziell vorgestellt werden soll der Altior Anfang November in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dass BYD für die Premiere nicht China wählt, ist Teil der Botschaft: Yangwang soll nicht nur eine chinesische Luxusmarke bleiben, sondern international wahrgenommen werden – vor allem dort, wo das Geld sitzt. In den Emiraten ist die Marke bereits über den Vertriebspartner Al-Futtaim vertreten.

In China trägt das Modell den Namen Dingyao, international heißt es Altior. Der Name leitet sich nach Angaben aus dem Umfeld von Yangwang vom lateinischen Wort für „höher“ ab. Das passt zur Positionierung: Der Altior soll oberhalb der bisherigen Yangwang-Modelle angesiedelt werden und damit zum neuen Aushängeschild der Marke aufsteigen.

Groß, lang, repräsentativ

Noch hält BYD viele technische Daten zurück. Der Hersteller hat bislang vor allem Teaserbilder und kurze Hinweise veröffentlicht. Trotzdem zeichnen sich einige Eckpunkte ab: Berichten zufolge soll der Altior rund 5,50 Meter lang sein und einen Radstand von etwa 3,35 Metern besitzen. Damit bewegt er sich in der Größenordnung klassischer Chauffeurslimousinen.

Rolls-Royce Ghost: Er entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum erfolgreichsten Modell der Briten. (Quelle: Hersteller-bilder)

Zum Vergleich: Ein Rolls-Royce Ghost misst rund 5,55 Meter, eine Mercedes-Maybach S-Klasse etwa 5,47 Meter. Der Altior ordnet sich hier gut ein. Auch optisch bedient BYD bekannte Luxuserwartungen: Die Teaser zeigen eine lange Silhouette, eine mächtige Front, große Räder und hinten angeschlagene Fondtüren.

Solche Türen, häufig als Coach Doors bezeichnet, sind bei Rolls-Royce seit Langem ein Markenzeichen. Auf dem Dach ist zudem ein Sensoraufbau zu erkennen, der ein Lidar-System sein könnte – eine Technik, die auf Laserstrahlen basiert. Welche Assistenzfunktionen damit verbunden sein könnten, ist noch offen.

Preisregion mit Signalwirkung

Als möglicher Preis steht ein Wert von rund zwei Millionen Yuan im Raum. Umgerechnet wären das etwa 270.000 bis 280.000 Euro. Bestätigt ist diese Summe bislang nicht. Sollte sie zutreffen, läge der Altior aber in einer Region, in der es für Käufer nicht mehr nur um Ausstattung, Reichweite oder Motorleistung geht.

In dieser Klasse zählen Marke, Herkunft, Verarbeitung, Service und gesellschaftlicher Status. Genau dort liegt die größere Aufgabe für Yangwang. Der Blick ins bisherige Yangwang-Programm zeigt, wie groß der Sprung wäre. Die elektrische Luxuslimousine U7 wird mit einem Einstiegspreis von 658.000 Yuan genannt. Der verlängerte Luxusgeländewagen U8L liegt mit rund 1,45 Millionen Yuan deutlich darüber. Ein Altior um zwei Millionen Yuan würde beide Modelle übertreffen und die Spitze der Marke bilden.

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