Neues Millionenprojekt
Europa-Novum: So sollen die Busse pünktlicher werden
15.06.2026 – 06:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Rund vier Millionen Euro fließen in ein neues Projekt. Dieses soll den Busverkehr in Braunschweig verbessern. Helfen soll dabei eine besondere Technik.
Braunschweig baut die Busbeschleunigung im Stadtgebiet aus. Dafür erhält die Stadt gemeinsam mit der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) rund 2,9 Millionen Euro Fördermittel vom Land Niedersachsen. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung hervor. Die Gesamtkosten der ersten Projektphase belaufen sich demnach auf rund 4,1 Millionen Euro. Einen entsprechenden Förderbescheid übergab Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier am Freitag an Oberbürgermeister Thorsten Kornblum.
Ziel des Projekts ist es, den öffentlichen Nahverkehr zuverlässiger und schneller zu machen. Die zugrunde liegende Technologie wurde gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt und soll in Braunschweig europaweit erstmals flächendeckend eingesetzt werden.
Neue Technik an Bussen: So funktioniert sie
Nach Angaben der Stadt haben Untersuchungen ergeben, dass ein erheblicher Teil der Verspätungen im Busverkehr durch Ampeln verursacht wird. Auf den untersuchten Linien lagen die Verlustzeiten demnach zwischen 16 und 30 Prozent. Mit dem neuen System sollen diese Verzögerungen um bis zu 80 Prozent reduziert werden können.

Die Technik funktioniert digital: Nähert sich ein Bus einer Ampel, meldet er sich per Funk an und übermittelt seine Fahrtroute. Während der Durchfahrt sendet er fortlaufend seine Position. Dadurch kann die Ampelsteuerung eine passende Grünphase für den Bus einrichten. Gleichzeitig soll die Beeinträchtigung anderer Verkehrsteilnehmer möglichst gering bleiben.
174 Braunschweiger Busse werden ausgerüstet
Insgesamt sollen 106 Ampelanlagen im Stadtgebiet für die Busbeschleunigung ausgerüstet werden. In einem ersten Schritt werden 53 bestehende Lichtsignalanlagen modernisiert. Neue Ampeln sind nicht geplant. Parallel dazu werden 174 Busse der BSVG für die digitale Kommunikation mit den Ampeln vorbereitet. Die dafür notwendigen Arbeiten sollen etwa 18 Monate dauern.
Das Gesamtprojekt ist bis Ende 2030 angelegt. Der aktuelle Förderantrag umfasst die Umsetzung der ersten drei Projektstufen in den Jahren 2026 bis 2028. Für die übrigen 53 Ampelanlagen sind weitere Kosten von rund 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Dafür soll später ein weiterer Förderantrag gestellt werden.
