Mietmarkt in Köln

Wohnungsnot: „Wer soll sich das noch leisten können?“


08.01.2026 – 11:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Baustelle auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Welle im Kölner Süden (Archivfoto): Hier soll ein neues Wohnquartier entstehen. (Quelle: Guido Schiefer/imago)

Die Wohnungsknappheit treibt die Preise auf dem Kölner Mietmarkt in die Höhe. Der Mieterverein kritisiert OB Burmester und nennt Ideen für die Zukunft.

Der Kölner Mieterverein Köln hat auf seiner Pressekonferenz am Mittwoch ein alarmierendes Bild der Wohnungssituation in der Stadt gezeichnet. Mit 70.260 Mitgliedern zum Jahresende 2025 erreicht der Verein einen historischen Höchststand – für den Verein auch ein Indikator für die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt.

Bis 2040 werden wohl rund 70.000 zusätzliche Wohnungen in Köln benötigt. Gleichzeitig schrumpft der Bestand an geförderten Wohnungen kontinuierlich. 2024 wurden laut dem Mieterverein nur noch 6,6 Prozent aller Wohnungen mit öffentlichen Mitteln gefördert. Im Jahr 2025 verloren weitere 4.500 Wohnungen ihren Sozialstatus, sodass aktuell laut dem Mieterverein nur noch 36.914 geförderte Wohnungen zur Verfügung stehen.

Fast die Hälfte der Kölner Bevölkerung hätte den Experten zufolge jedoch Anspruch auf eine solche Wohnung. Besonders besorgniserregend demnach auch: Die Leerstandsquote liegt bei nur 0,9 Prozent, im öffentlich geförderten Segment sogar bei lediglich 0,23 Prozent. Für einen funktionierenden Wohnungsmarkt wären etwa drei Prozent notwendig.

Die durchschnittliche Angebotsmiete in Köln betrug laut Marktbericht der Kreissparkasse 2025 bereits 14,99 Euro pro Quadratmeter. „Wer soll sich das denn überhaupt noch leisten können?“, fragte Franz-Xaver Corneth, Vorstandsvorsitzender des Mietervereins. „Die Balance auf dem Wohnungsmarkt ist völlig aus den Fugen geraten!“

Auch bei größeren Wohnbauprojekten herrscht demnach Stillstand: Die Errichtung von Wohnraum in Kreuzfeld komme seit Jahren nicht voran, in Porz-Wahn, wo für das Zukunftsquartier eigentlich die Bagger rollen sollten, dominieren weiterhin Felder und Wiesen statt Bauaktivitäten. Die Stadt benötige dringend neues Bauland, so Corneth.

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