Neue Details zum mutmaßlichen Schützen

Stade-Täter soll aus Gefängnis ausgebrochen sein

03.07.2026 – 13:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Spezialisten sind am Tatort in Stade: Es werden immer mehr Informationen zu dem mutmaßlichen Schützen bekannt. (Quelle: Jörn Hüneke/dpa)

Der mutmaßliche Schütze von Stade kam wohl bereits mehrfach mit der Justiz in Kontakt. Es steht der Vorwurf des Kindesmissbrauchs im Raum.

Fünf Tage nach dem Amoklauf von Stade kommen weiter neue Hinweise zu dem mutmaßlichen Täter Fatih G. ans Licht. Wie die „Bild“-Zeitung am Freitag unter Berufung auf Justizdokumente aus der Türkei berichtete, sind in dem Land mehrere Strafverfahren gegen den mutmaßlichen Schützen dokumentiert.

Unter anderem sei gegen G. wegen des Verdachts eines schweren Sexualdelikts und wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch seiner Tochter ermittelt worden. 2021 soll er zudem wegen eines weiteren Delikts in U-Haft gesessen haben – und ausgebrochen sein. Wie die „Bild“ schreibt, wird nach dem 45-Jährigen in der Türkei seitdem gefahndet.

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Wie die „Bild“ weiter berichtet, war der Mann bereits dreimal verheiratet und ist dreimal geschieden.

Schüsse in Stade: Hinweise auf Verletzung von Kind

G. soll am Montag in einem Mutter-Kind-Heim in Stade das Feuer eröffnet haben. Bei dem Angriff kamen laut Staatsanwaltschaft drei Mitarbeiter des Jugendamts Hannover und drei Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung ums Leben. Fünf der Opfer starben vor Ort, die sechste Person erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Der 45-Jährige war kurz nach der Tat in einem Auto festgenommen worden. Am Dienstag wurde gegen ihn ein Haftbefehl erlassen. Bei dem Termin ging es laut Staatsanwaltschaft um das Sorgerecht für die Tochter des Mannes. Ihm und der Mutter war die Gesundheitssorge für das Baby entzogen worden, Mutter und Tochter lebten seit Kurzem in der Jugendhilfeeinrichtung.

Spezialisten sichern nach der Gewalttat Spuren in Stade: Bei den Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung kamen sechs Menschen ums Leben. (Quelle: Jörn Hüneke/dpa)

Dem Entzug der Gesundheitssorge war laut Staatsanwaltschaft eine Verletzung des Kindes vorausgegangen. Auch in diesem Zusammenhang war der mutmaßliche Täter bereits als gewalttätig aufgefallen.

Eine Sprecherin der Behörde erklärte: „Der Beschuldigte soll am 22. April im Zusammenhang mit der Behandlung seiner Tochter wegen eines Schütteltraumas gegenüber Ärzten der MHH aggressiv aufgetreten sein und ihnen verbal gedroht haben.“

Stade: Schwiegermutter von Politiker fuhr wohl Fluchtwagen

Auch die 65-jährige Fahrerin des Fluchtwagens wurde zwischenzeitlich festgenommen. Wie Deniz Kurku (SPD), der niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, über seine Rechtsanwälte mitteilen ließ, handelt es sich bei der Frau um seine Schwiegermutter.

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