Brisante Aussage im Block-Prozess
„Ich hasse Deutschland, ich hasse meine Mutter“
Aktualisiert am 28.05.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Grand Elysée checkte sie als „Doris White“ ein, für Christina Block war sie Olga. Vor Gericht berichtet eine Schlüsselfigur von ihrem Verhältnis zur Steakhaus-Erbin und von Aussagen der Block-Tochter.
Eine mutmaßliche Entführerin der Block-Kinder hat vor dem Landgericht Hamburg geschildert, wie sie vor der Tat zu einer Vertrauten der angeklagten Mutter wurde. Sie sei 2023 gebeten worden, Christina Block zu Gerichtsterminen in Dänemark zu begleiten und sie zu unterstützen, sagte die 51 Jahre alte Zeugin auf Fragen von Blocks Anwalt Ingo Bott. Die beiden Frauen hätten sich rasch angefreundet.
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„Wir waren viel zusammen“, sagte die Israelin, die sich bei Christina Block mit dem Alias-Namen „Olga“ vorstellte und die im Grand Elysée, dem Luxushotel der Familie Block, unter dem Namen „Doris White“ eincheckte.
In Wahrheit heißt sie Keren T., laut Anklage war sie „die rechte Hand“ des Chefs der Cyber-Sicherheitsfirma, die für die Entführung in der Silvesternacht 2023/24 verantwortlich gewesen sein soll. Für ihre Aussagen in Hamburg wurde der Frau sicheres Geleit zugesagt. Sie muss später ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen.
Entführer rechneten mit Angst der Block-Kinder
Im Prozess gegen Block sagte sie nun aus, die Steakhaus-Erbin sei in der internen Kommunikation des israelischen Kommandos „Ladybug“ genannt worden, was auf Englisch „Marienkäfer“ bedeutet. Über die Entführung in der Silvesternacht behauptete sie, das Team – fast alle maskiert und schwarz gekleidet – habe damit gerechnet, dass die Kinder Angst haben und „dass sie nicht verstehen würden, wer wir sind“.
Man habe extra einen Mann mitgenommen, der gut Deutsch spreche, sagte die 51-Jährige auf Englisch laut Übersetzung. Er habe dem Jungen und dem Mädchen erklären sollen, dass sie keine schlechten Menschen seien und die Kinder zu ihrer Mutter bringen würden. „Wir dachten, dass es dann für sie in Ordnung sein würde.“
Tochter von Block soll gerufen haben: „Ich hasse Deutschland“
Laut der Zeugin sagte die Tochter während der Entführung: „Ich will nicht mehr Deutsch sprechen, ich hasse Deutschland, ich hasse meine Mutter.“ Sie sei davon ausgegangen, dass diese Haltung schnell vorübergehe, sagte die Zeugin weiter.
Dass die Kinder zeitweise während der Fahrt gefesselt waren, habe sie erst später erfahren, sagte Keren T. vor Gericht zudem aus. Das habe sie traurig gemacht, sie habe deswegen „auch ein bisschen geweint“.
