Beide Proben wurden in ein chinesisches Labor geschickt, weil deutschen Laboren die Sache laut Tönnies angeblich zu heiß war. Wie das chinesische Labor heiße, dürfe sie aber auch nicht verraten, raunte sie weiter.

Jedenfalls kam aus China ein Wust aus Zahlen und Buchstaben zurück, den sich die Tierärztin eigener Auskunft zufolge in Deutschland von Menschen erklären ließ, die „einen sehr kompetenten Eindruck machten“. Nach neun Tagen Interpretationsbemühungen wolle sie nun das Ergebnis präsentieren, auch wenn sie das Datenkonvolut noch nicht so recht durchdrungen habe. Aber, räumte sie freimütig ein: Wenn sie sich das noch ein paar Tage länger ansehe, sei sie am Ende wohl auch nicht klüger.

Also zeigte sie am Mittwoch auf an die Wand hinter ihr projizierte Tabellen, die sie nicht erklären konnte, und sagte dazu Sätze wie: „Ich sehe da nicht einen gleichen Buchstaben.“

„Ich fühle mich gerade verar…“, kommentierte ein Zuschauer bei YouTube.

„So sorgfältig wie wir nur konnten“

Immerhin eine Schlussfolgerung aus der vorgenommenen Genanalyse konnte Tönnies halbwegs klar formuliert vortragen: Die Unterschiede im Genmaterial seien so groß, dass es sogar fraglich sei, ob beide Proben von derselben Tierart stammen würden.

Ungläubiges Staunen im Raum und an den Bildschirmen zu Hause: „Zwei verschiedene Tierarten?“, hakte ein Journalist nach. „Das eine war ein Wal – und das andere war was?“

Antwort von Tierärztin Tönnies: „Genau.“ Sie habe sich auch zwei Stunden nicht beruhigen können, als sie das erfahren habe. Aber so seien nun einmal die Fakten „aus einer so sorgfältig, wie wir es nur konnten, Laboranalyse“.

Chatnachrichten während des Livestreams des News5-YouTube-Kanals. (Quelle: Screenshot/youtube.com/@News5de)

Harte Kritik: „Alles nicht ernst zu nehmen“

Noch vor Abschluss der Pressekonferenz fällte der Wal-Experte Fabian Ritter ein vernichtendes Urteil: Er ertrage den Auftritt, den er inhaltlich lieber nicht kommentieren wolle, nicht länger und schalte jetzt ab, sagte er t-online. Die Präsentation biete dasselbe Bild, das die Privatinitiative von Beginn an abgegeben habe: unprofessionell, undurchsichtig, inkonsistent und deswegen unglaubwürdig. Er frage sich, wieso diese Pressekonferenz überhaupt abgehalten wurde: „Für mich ist das alles nicht ernst zu nehmen.“

Auch aus den eigenen Reihen erntete Tönnies harte Kritik: Die Tierärztin Anne Herrschaft, die ebenfalls der Initiative angehört hatte, sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe keinen Zweifel daran, dass der tote Wal Timmy war, „auch wenn es traurig ist“. Sie habe das Tier zweieinhalb Wochen jeden Tag gesehen. „Er hat Merkmale, die ich auf Anholt erkannt habe.“

Loading…

Loading…

Loading…

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version