Früher ein Problemschüler

Bremer Spitzensportler sorgt für USA-Premiere


Aktualisiert am 16.06.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Colin Schroeder: Er wechselt von den EWE Baskets Oldenburg in die USA. (Quelle: IMAGO/Josh Hoffmann/imago)

Früher Problemschüler, jetzt auf der Erfolgsspur: Colin Schroeder geht in die USA. Dort wird er der erste Bremer sein, der sich einem US-College-Team anschließt.

Colin Schroeder geht einen besonderen Weg: Der 19-Jährige ist nach Angaben der Bildungsbehörde der erste Bremer, der aufgrund seiner Basketballleistung an ein US-College wechselt.

Schroeder schließt sich der California State University an und wird künftig für die Fresno Bulldogs spielen. Zuletzt stand er bei den EWE Baskets Oldenburg unter Vertrag. Mehrere Colleges hatten um den jungen Basketballer geworben, ein Stipendium ist Teil des Wechsels.

Talent früh sichtbar, doch die Noten waren schlecht

Der Schritt in die USA ist der vorläufige Höhepunkt einer ungewöhnlichen Entwicklung. Schroeder ist U18-Europameister, Nationalspieler, sammelte bereits Profi-Erfahrung – und hat gerade sein Abitur gemacht. Dass beides zusammenkam, war lange nicht selbstverständlich.

Colin Schroeder: Der 2,02 Meter große Basketballer ist auf der Position des Power Forwards zu Hause. (Quelle: IMAGO/Dennis Leskys/imago)

Als Achtklässler wechselte Schroeder an die sportbetonte Oberschule an der Ronzelenstraße. Sportlich fiel sein Talent früh auf. Schulisch lief es deutlich schwieriger. „Als ich an die Ronzelenstraße gekommen bin, war ans Abitur überhaupt nicht zu denken“, sagt Schroeder. „Ich galt als Problemschüler. Schlechte Noten, schlechtes Sozialverhalten.“

Was folgte, war ein Alltag mit klarer Struktur: Frühtraining, Unterricht, Training, Verein, Wettkämpfe. Dazu kamen Schule, Sportinternat und Verein als enges Unterstützungsnetzwerk. „Genau diese Struktur hat mein Leben verändert“, sagt Schroeder. „Sie hat mir keine Zeit gelassen, über Unsinn nachzudenken.“

„Colin ist ein echtes Kämpferherz“

Für Bildungssenator Mark Rackles (SPD) ist Schroeders Weg ein Beispiel dafür, dass Leistungssport und Schule zusammen funktionieren können. „Colin Schroeders Weg zeigt, wie Bildung und Leistungssport zusammenwirken können“, sagt Rackles. Der Erfolg sei das Ergebnis von Talent, harter Arbeit und Unterstützung durch Schule, Sportinternat, Verein und Familie.

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Auch Harald Wolf, Leistungssportkoordinator der Oberschule an der Ronzelenstraße, erinnert sich an den schwierigen Anfang. „Als Colin zu uns kam, war sein sportliches Talent sofort sichtbar. In schulischen Fragen fehlte ihm damals allerdings noch die notwendige Motivation.“ Dort habe die individuelle Förderung angesetzt.

Über die Jahre entstand laut Wolf ein Netzwerk aus Schule, Sportinternat, EWE Baskets Oldenburg, Tutoren und Lehrkräften. Schroeder habe sich besonders in der Oberstufe stark entwickelt. „Colin ist ein echtes Kämpferherz. Er weiß, was er kann und wohin er will“, sagt Wolf.

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