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Politik

Böllerverbot in Deutschland – Feuerwerk abschaffen? Pro & Kontra

wochentlich.deBy wochentlich.de28 Dezember 2023Keine Kommentare3 Mins Read
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Böllerverbot in Deutschland – Feuerwerk abschaffen? Pro & Kontra
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„Es sind Hunderte von Millionen, die da in einer Nacht in die Luft geblasen werden – völlig sinnlos.“

„Diese Freiheit, das dann noch anzuzünden an Silvester, sollte man den Leuten auf jeden Fall lassen. Und da ist einfach kein Verbot erforderlich.“

Hier ein Zischen, da ein Heulen, dort ein Knallen: Zu jedem Jahreswechsel gehört ein kräftiges Feuerwerk. Oder doch nicht? Ob die Tradition ausgedient hat, bewerten zwei t-online-Nutzer sehr unterschiedlich.

Alle Jahre wieder streitet Deutschland über die Frage, ob Raketen, Leuchtbatterien und vor allem Böller verboten werden sollten.
Besonders die Szenen aus Berlin-Neukölln letztes Jahr schockierten. Einsatzkräfte wurden mit Pyrotechnik attackiert, einige von ihnen sogar verletzt. Den Gebrauch allgemein zu untersagen, hält Nikolas Höniger für falsch.

„Was da in Berlin abging, das hat nichts mehr mit Feuerwerk oder Spaß am Feuerwerk zu tun. Das war einfach nur Gewalt. Und ja, es ist so: Wenn die Leute Lust auf Gewalt haben, würden die das wahrscheinlich auch anders machen. Aber da ist auf jeden Fall kein Feuerwerk schuld. Und ich glaube auch, dass ein Feuerwerksverbot solche Ausschreitungen oder solche Ereignisse nicht verhindern würde.“

Hierzulande dürfen selbst Minderjährige schon bestimmte Artikel zünden. Auch räumlich gibt es kaum Beschränkungen. Anstatt jeden überall knallen zu lassen, sollten uns andere Länder ein Vorbild sein, findet Thomas Schippert.

„Es gibt ein zentrales Feuerwerk an der Themse. Da sind auch Millionen von Menschen unterwegs.
Sydney gilt als eines der schönsten Feuerwerke der Welt. Es dauert eine Viertelstunde. Und es ist toll und es ist schön. Und es ist ein schönes Get-together. Und warum nicht auch bei uns?“

„Man bekäme überhaupt nicht genug Pyrotechniker und Helfer, um viele zentrale Feuerwerke an Silvester zu machen. Und der Reiz an Silvester ist ja eben das selber Anzünden. Wenn man dann eine Rakete vor sich hat, die in die Luft zu schicken – oder einfach im Garten einen Vulkan zu zünden. Diese kleinen Sachen, die machen eben Spaß.“

Der Krach löst bei vielen Tieren Stress, Angst oder sogar Panik aus. Der Deutsche Tierschutzbund spricht sich daher schon lange für ein Verbot aus, ebenso viele Haustierhalter.

„Ich selber habe einen Hund. Wir verbringen unser Silvester mit einem Glas Champagner unter meinem Tisch. Da liegt der Hund zitternd, bibbernd vor Angst. Und es gibt nicht wenige Tiere, die so eine Angst haben.“

„Man muss abwägen, ob man Millionen Menschen diese Freude an Silvester nimmt oder ob man das einmal in Kauf nimmt, dass Tiere aufgeregt sind und das halt nicht gut finden für einen Tag. Und ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass man das in Kauf nehmen kann.“

Die Zahlen zeigen: Viele Deutsche lassen sich die Freude nicht nehmen. Nach dem Verkaufsverbot in den Corona-Jahren gaben sie viel Geld für Pyrotechnik aus. Die Branche freute sich 2022 über 180 Millionen Euro Umsatz. Das ist Rekord!

„Man bezahlt nicht für das Produkt, sondern für das Erlebnis. Und genauso ist es bei Feuerwerk auch.
Genauso ist es aber auch bei Konzerten, bei Festivals. Man bezahlt relativ viel Geld, da hat man dann nichts Materielles. Beziehungsweise bei Feuerwerk natürlich schon auch. Aber wo es drauf ankommt, ist einfach das Erlebnis, dass man zusammen im Garten steht und sich freut und fasziniert ist vom Feuerwerk.“

„Anzünden, wegschmeißen, das macht ‚bumm‘. Wer dafür keine Alternative findet an Spaß. Sorry, da habe ich überhaupt kein Verständnis für. Da gibt es andere Dinge, die man machen kann. Und auch Raketen oder auch andere Feuerwerksachen, die nicht so knallen, die andere nicht gefährden, sich selber gefährden. Da gibt es genug Alternativen. Sorry, das kann mir keiner erzählen, dass er ohne den Böller keinen Spaß haben kann.“

Ob Sie zum Jahreswechsel schießen und knallen oder doch nur eine Wunderkerze anzünden, bleibt Ihnen überlassen.

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