Überraschung oder Werbung?
BMW-Neuheit verärgert Kunden massiv
06.08.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 2 Min.
BMW blendet beim Start seiner Autos plötzlich Werbung ein. Der Hersteller nennt es eine Überraschung. Doch die kommt längst nicht bei allen gut an.
Der Bildschirm im Auto war lange vor allem eines: Teil des eigenen Raums. Navigation, Musik, Telefon, Fahrzeugdaten – alles unter Kontrolle des Fahrers. Nun testet BMW mit einer umstrittenen Aktion, wie weit Inhalte auf diesem Bildschirm gehen dürfen.
„Besondere Überraschung“ von BMW
Beim Starten ihres Autos sehen manche BMW-Fahrer derzeit eine ungewohnte Einblendung. Auf dem Infotainment-Bildschirm erscheint ein Banner, das auf eine „Spider-Man“-Aktion hinweist. BMW spricht von einer „besonderen Überraschung“ für seine Kunden. Die Fahrer selbst sehen das jedoch ganz anders: Viele schimpfen über Werbung im eigenen Auto.
Wer auf das Banner klickt, aktiviert eine „Spider-Man“-Animation im Vollbildmodus. Hinzu kommen Hintergrundmusik und eine Lichtshow über das Ambientelicht. BMW will damit Begeisterung für den neuen BMW iX3 und dessen Auftritt im „Spider-Man“-Film wecken. Für Kritiker ist das Werbung.
BMW nennt es keine Werbung
Der Hersteller weist diese Einordnung jedoch zurück. Die Animation sei laut „Spiegel“ „nicht dazu gedacht, den Film zu bewerben oder als konventioneller Filmtrailer zu dienen“, so das Unternehmen. „Insofern ist das auch keine klassische Werbung – und es wird auch weiterhin keine Werbung im Fahrzeug angezeigt.“
Auf Reddit fällt die Reaktion teils deutlich aus. Ein Leser kommentierte, man zahle viel Geld für ein Auto und bekomme trotzdem Werbung angezeigt. Als Nächstes brauche man wohl „Adblocker für Autos“. Ein weiterer Nutzer schrieb, er habe nicht für seinen Bildschirm gezahlt, damit BMW darauf Werbung zeigen könne. Andere beschrieben die Aktion als beklemmende Zukunftsvision.
Der letzte private Rückzugsort
Fragwürdig ist die Aktion auch wegen früherer Aussagen aus dem Unternehmen. So hatte BMWs Infotainment-Chef Stephan Durach Ende 2023 noch sehr grundsätzlich über Werbung im Auto gesprochen. Damals sagte er vor Pressevertretern: „Letztlich ist das Auto meiner Meinung nach der letzte private Rückzugsort.“
Dort könne man ganz für sich allein tun, was man wolle. „Zu sagen, ich verkaufe den Bildschirm, um Werbung zu zeigen – das kann ich mir nicht vorstellen. Es ist ein privater Raum“, sagte Durach.
Auf Anfrage des „Spiegel“ teilte BMW mit, man habe „von unseren Kundinnen und Kunden sehr viel positives Feedback für diese Aktion erhalten“. In Onlineforen klingt das jedoch ganz anders.
