Rohstoff wird knapp
Iran-Krieg könnte Nahverkehr lahmlegen
07.05.2026 – 04:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutsche Autobauer können ihren Bedarf an Basisölen nicht mehr decken – und ein noch viel größeres Problem bahnt sich an.
Der Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise: Neben Kerosin und Kraftstoffen wird nun auch ein Engpass bei Basisölen spürbar – mit potenziell schwerwiegenden Folgen für die Autoindustrie und die gesamte Transportbranche.
Nach Angaben der Rohstoffmarkt-Agentur Argus Media können einige deutsche Autobauer ihren Bedarf an hochwertigen Basisölen der Gruppe III derzeit nicht mehr decken, berichtet der Sender Ntv. Aus diesen Basisölen werden durch Beimischung verschiedener Zusätze Motoröle hergestellt, die Hersteller für die Erstbefüllung neuer Fahrzeugmotoren benötigen. Die Unternehmen suchten deshalb dringend nach neuen Bezugsquellen.
Sollte das nicht gelingen, drohen Einschränkungen in der Fahrzeugproduktion. „Sollten die Automobilhersteller – wie zu erwarten ist – keine Lösung finden und sich die Situation in absehbarer Zeit nicht entspannen, werden die Produktionsmengen reduziert werden müssen“, sagte Gabrielle Twinning, Basisöl-Expertin bei Argus Media laut Ntv.
Hintergrund der Versorgungsprobleme ist die seit mehr als zwei Monaten andauernde Blockade der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs. In normalen Zeiten wird durch die Meerenge rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssiggases transportiert – aber auch erhebliche Mengen verarbeiteter Öle und chemischer Produkte wie Kerosin, Helium und Mineraldünger.
Basisöle für den europäischen Markt werden teils in Europa produziert, teils aus Asien importiert. Derzeit sind jedoch beide Quellen unter Druck: Asiatische Raffinerien erhalten weniger Rohöl aus der Golfregion, europäische Hersteller wiederum priorisieren asiatische Abnehmer, weil dort höhere Preise erzielt werden können.
