1.800 Arbeitsplätze betroffen
Biontech schließt drei deutsche Werke
Aktualisiert am 28.09.2026 – 14:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Biontech wollte für drei deutsche Produktionsstandorte noch Käufer finden. Die Suche ist ohne Erfolg geblieben – rund 1.800 Arbeitsplätze sind betroffen.
Biontech hat für seine drei zur Schließung vorgesehenen Produktionsstandorte in Deutschland nach eigenen Angaben keine Käufer gefunden. Damit sollen die Werke in Marburg, Idar-Oberstein und Tübingen wie geplant geschlossen werden. An den drei Standorten arbeiten zusammen rund 1.800 Menschen.
Das Mainzer Biopharmaunternehmen hatte bereits im Mai angekündigt, sein Produktionsnetz zu verkleinern. Damals stellte Biontech eine Schließung der Standorte bis Ende 2027 in Aussicht, wollte aber zunächst prüfen, ob die Werke vollständig oder teilweise verkauft werden können. Ende August erklärte das Unternehmen noch, die Suche nach Investoren werde bis Ende September fortgesetzt.
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Rund 1.800 Arbeitsplätze betroffen
In Marburg sind rund 540 Beschäftigte betroffen. Das Werk hatte während der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle bei der Produktion des gemeinsam mit Pfizer entwickelten Covid-19-Impfstoffs gespielt und gehört zu den größeren mRNA-Produktionsstätten Europas. Biontech hatte den Standort 2020 vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen und anschließend ausgebaut.
In Idar-Oberstein geht es um bis zu rund 440 Stellen. In Tübingen sind nach bisherigen Angaben etwa 820 Arbeitsplätze betroffen. Der dortige Standort gehörte ursprünglich zum Biotechnologieunternehmen CureVac, das Biontech Anfang 2026 übernommen hatte.
Nachfrage nach Corona-Impfstoffen gesunken
Biontech begründet den Umbau unter anderem mit Überkapazitäten und veränderten Produktionsanforderungen. Zuletzt war zudem die Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen schwächer als erwartet. Im August senkte das Unternehmen deshalb seine Umsatzprognose für das laufende Jahr von ursprünglich 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro.
Mit dem Umbau will Biontech seine Kosten deutlich senken und Kapital stärker auf seine Medikamentenentwicklung konzentrieren. Ab 2029 erwartet das Unternehmen durch die Maßnahmen wiederkehrende Einsparungen von rund 500 Millionen Euro jährlich. Ein Schwerpunkt liegt inzwischen auf der Entwicklung neuer Krebstherapien.
