Krankheitsverlauf mit Folgen

Bindehautentzündung: Warum Neurodermitiker schnell zum Arzt sollten

Aktualisiert am 30.10.2026 – 07:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Bindehautentzündung: Wer Neurodermitis hat, kann an einer besonders schweren Form des Augenleidens erkranken. (Quelle: bukharova/getty-images-bilder)

Rote, juckende und tränende Augen deuten meist auf eine Bindehautentzündung hin. Neurodermitiker sind davon häufiger betroffen als andere. Welche Anzeichen unbedingt ernst genommen werden sollten.

Menschen mit Neurodermitis (auch atopische Dermatitis genannt) sollten neue oder anhaltende Augenbeschwerden frühzeitig augenärztlich abklären lassen. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko für eine sogenannte atopische Keratokonjunktivitis (AKK). Diese schwere, chronische Entzündung kann neben der Bindehaut auch die Hornhaut betreffen und das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen.

Symptome rechtzeitig erkennen

Wichtig ist, erste Anzeichen der atopischen Keratokonjunktivitis zu erkennen. Zunächst äußert sich diese wie eine normale Bindehautentzündung: Die Augen sind gerötet, jucken und tränen, die Lider sind geschwollen und man hat ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Bei einer AKK sind die Symptome aber meist sehr heftig und die Lidkante ist oft verdickt, das untere Augenlid schuppt sich oder ist faltig. Trotz Pflege bessert sich der Zustand nicht. Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare können die Augenbeschwerden verstärken.

Reiben sich vor allem Kinder wegen des Juckreizes häufig die Augen, erhöht sich die Gefahr, dass die Hornhaut geschädigt wird. Bei schweren Verläufen können Geschwüre entstehen oder Blutgefäße einwachsen. Schlimmstenfalls trübt die Hornhaut vollständig ein – das kann zur Erblindung führen.

Bei starken Augenschmerzen, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder einer Verschlechterung des Sehvermögens sollten Betroffene umgehend augenärztliche Hilfe suchen.

Tägliche Reinigung bei einer AKK

Der Augenarzt stellt fest, welche Art der Bindehautentzündung vorliegt. Bei einer AKK muss der Lidrand täglich sanft mit feuchten Wattepads oder -stäbchen gereinigt werden, danach wird eine (nicht zu heiße) Wärmemaske aufgelegt.

Gele oder Tränenersatzmittel helfen gegen Trockenheit und Juckreiz. Auch Augentropfen kann der Arzt verschreiben. Je nach Schweregrad kommen antiallergische oder entzündungshemmende Präparate infrage. Kortisonhaltige Augentropfen dürfen nur unter augenärztlicher Kontrolle angewendet werden.

Auf Kontaktlinsen sollten Betroffene während einer Bindehautentzündung verzichten. Die Linsen sollten erst wieder eingesetzt werden, wenn die Beschwerden abgeklungen sind und aus ärztlicher Sicht nichts dagegenspricht.

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