Bei Glaukom

Kalte Luft könnte Augeninnendruck erhöhen


29.10.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 2 Min.

In Deutschland sind etwa 950.000 Menschen von einem Glaukom betroffen. Wichtigste Maßnahme sind drucksenkende Augentropfen. (Symbolbild) (Quelle: RossHelen/getty-images-bilder)

Eine japanische Studie legt nahe: Bei einem Glaukom wird der Augeninnendruck womöglich von der Außentemperatur beeinflusst – selbst wenn Betroffene regelmäßig Augentropfen anwenden.

Ein Glaukom, auch Grüner Star genannt, schädigt den Sehnerv und kann unbehandelt zu Sehverlust bis hin zur Erblindung führen. Ein wichtiger Risikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck. Medikamente können ihn senken und so helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.

Frühere Studien deuteten schon darauf hin, dass der Augeninnendruck bei gesunden Menschen an kalten Tagen höher sein kann als bei warmem Wetter. Japanische Forscher haben nun untersucht, ob sich dieser Zusammenhang auch bei Menschen mit Glaukom zeigt, die den Augeninnendruck bereits mit Augentropfen behandeln. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „British Journal of Ophthalmology“.

Sammelbegriff Glaukom

Unter dem Begriff Glaukom werden mehrere Erkrankungsformen zusammengefasst, bei denen es jeweils zu einer Schädigung des Sehnervs kommt. Am häufigsten sind das sogenannte Offenwinkelglaukom, bei dem der Augeninnendruck erhöht ist, sowie dessen Variante, das Normaldruckglaukom. Dabei ist der Innendruck zwar nicht zu hoch, der Sehnerv kann dennoch durch andere Faktoren Schaden nehmen. Von den beiden genannten Formen sind mehr als 90 Prozent aller Glaukompatienten betroffen.

Mehr als 2.600 Messungen ausgewertet

Für ihre Untersuchung werteten die Forscher Daten von 77 Menschen aus, die ein primäres Offenwinkelglaukom hatten. Diese häufige Form des Grünen Stars geht mit einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervs einher. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt etwa fünf Jahre lang beobachtet. In diesem Zeitraum flossen 2.655 Messungen des Augeninnendrucks in die Auswertung ein. Dabei wurden auch verschiedene andere mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt (wie Alter, Geschlecht, Blutdruck und die Dicke der Hornhaut).

Die Wissenschaftler verglichen die Messwerte mit den Außentemperaturen am Untersuchungsort in Japan. Dabei ergab sich: Je niedriger die Außentemperatur war, desto höher lag der Augeninnendruck tendenziell. Statistisch gesehen ging ein Rückgang der Temperatur um ein Grad Celsius mit einem Anstieg des Augeninnendrucks um etwa 0,03 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) einher.

Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Menschen mit schwerem Glaukom. Auch bei Patienten, die drei oder vier verschiedene Augentropfen zur Behandlung verwendeten, zeigte sich dieser Effekt.

Was bedeutet das für Betroffene?

Die Studie hat verschiedene Einschränkungen: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die bereits vorhandene Daten rückblickend auswertete. Die Ergebnisse können somit zwar einen Zusammenhang nahelegen, jedoch keine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweisen. Außerdem blieben weitere mögliche Einflussfaktoren unberücksichtigt, etwa körperliche Aktivität und Übergewicht. Patienten, deren Augeninnendruck trotz Behandlung schlecht eingestellt war, wurden nicht in die Auswertung aufgenommen.

Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Außentemperatur bei manchen Betroffenen mit Glaukom eine zusätzliche Rolle spielen könnte. Die Studienautoren empfehlen daher, diesen möglichen Einfluss auf den Augeninnendruck bei der Behandlung zu berücksichtigen. Ob und wie sich daraus Konsequenzen für die Therapie ergeben, lässt sich aus der Untersuchung jedoch nicht ableiten.

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