Hauptstadtflughafen

Berliner Taxis verlieren Zugang zum BER

27.10.2026 – 05:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Taxi steht vor dem Terminal 5 des Hauptstadtflughafens BER (Archivbild): Immer wieder werden die Streitigkeiten zwischen Taxifahrern auch handgreiflich. (Quelle: A. Friedrichs/imago-images-bilder)

Der Landkreis Dahme-Spreewald beendet eine Vereinbarung von 2020. Berliner Taxis dürfen am BER ab 1. Januar 2027 keine Fahrgäste mehr aufnehmen.

Der Landkreis Dahme-Spreewald beendet eine seit 2020 geltende Vereinbarung. Damit dürfen Berliner Taxis ab dem 1. Januar 2027 am Flughafen BER keine Fahrgäste mehr aufnehmen. Das Recht, dort Kundinnen und Kunden mitzunehmen, soll dann nur noch für Taxis mit Betriebssitz in Schönefeld gelten.

Bislang gab es für Berliner Fahrzeuge eine begrenzte Ausnahme: Rund 550 Taxis wurden per Los ausgewählt und erhielten jeweils für ein Jahr eine Ladeberechtigung, obwohl es in Berlin insgesamt etwa 6.600 Taxis gibt. Für alle übrigen galt: Sie durften zwar Fahrgäste zum BER bringen, mussten danach aber ohne neuen Auftrag zurückfahren.

Kritik in den sozialen Medien

Der Landkreis begründet die Kündigung mit weniger Nachfrage und verweist zugleich auf zusätzlichen Druck durch Plattform-Anbieter. „Aufgrund des deutlich zurückgegangenen Bedarfs an Taxibeförderungen wird inzwischen davon ausgegangen, dass künftig lediglich 500 bis 600 Fahrzeuge erforderlich sind, um die bestehende Nachfrage zuverlässig abzudecken“, zitiert der RBB den Landkreis in einerm Bericht.

In Kommentaren in sozialen Medien stößt die Perspektive, dass Berliner Taxis am BER nicht mehr aufnehmen dürfen, auf deutliche Kritik. Mehrere Nutzer bezeichnen die Regelung als unnötig bürokratisch und verknüpfen sie spöttisch mit dem Schlagwort „deutsche Effizienz“. Als Beispiel nennen sie die aus ihrer Sicht widersprüchliche Logik: Ein Berliner Taxi bringe jemanden zum Flughafen, dürfe dort aber niemanden mitnehmen und fahre leer zurück, während ein anderes Fahrzeug ohne Fahrgast zum BER unterwegs sei.

Werden dadurch Uber & Co. bevorzugt?

Ein weiterer Vorwurf in den Diskussionen: Die Einschränkung solle das Taxigewerbe schützen, wirke aber am Ende wie ein Vorteil für Mietwagendienste. Kommentatoren argumentieren, dass Plattformen wie Uber & Co. damit eher gestärkt würden, weil sie aus Sicht der Nutzer nicht in vergleichbarer Weise gebunden seien, während Taxis an feste Regeln geknüpft blieben.

Einige Nutzer zweifeln zudem, ob Berliner Taxifahrer unter diesen Bedingungen Fahrten zum BER künftig überhaupt noch annehmen wollen. Wenn nach der Ankunft keine Chance auf einen Anschlussauftrag bestehe, werde die Strecke aus ihrer Sicht unattraktiver, schreiben mehrere Kommentatoren.

Berliner Taxis können weiterhin an den BER geordert werden

In den Beiträgen wird außerdem auf die Wartezeiten am Flughafen verwiesen, die auch der Landkreis als Problem nennt. Wenn Fahrerinnen und Fahrer am BER teils stundenlang auf den nächsten Auftrag warten müssten, könne es aus Sicht einzelner Nutzer effizienter sein, direkt wieder in Richtung Stadt zu fahren, statt lange am Standplatz zu bleiben.

Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität verweist darauf, dass Fahrgäste weiterhin Berliner Taxis bestellen könnten, „über die telefonische Funkvermittlung oder per App“. Außerdem nennt sie die Schienenanbindung: Seit Dezember 2025 fährt der Flughafenexpress (FEX) zwischen Berliner Hauptbahnhof und BER. Mobilitätssenatorin Ute Bonde erklärte am Montag: „Auch wenn wir uns sehr über den Erfolg des FEX freuen, bedauern wir diese Entwicklung sehr, da die aktuellen Marktbedingungen auch für das Berliner Taxigewerbe herausfordernd sind.“

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