Die Spende sei am 29. Dezember 2025 bei der SPD eingegangen, schilderte Krach. „Ich habe am 7. Januar 2026 um 15:11 Uhr die Information durch den Landesgeschäftsführer über diese Spende bekommen. Am 8. Januar um 6:45 Uhr, also keine 24 Stunden später, habe ich per Mail die Weisung erteilt, dass diese Spende nicht angenommen werden darf und sofort zurücküberwiesen werden muss“, so Krach. „Und das ist der Beleg dafür“, fügte er hinzu und hielt ein Schriftstück in die Kameras.
„Nicht an Vertragsverhandlungen beteiligt“
Brisant an dem Vorgang ist, dass Krach im Vergabeverfahren dafür eingetreten war, dem fraglichen Bieter den Zuschlag zu erteilen. Sein Ziel sei der Aufbau eines regionalen Gesundheitszentrums gewesen, das habe er den Menschen vor Ort versprochen, so Krach. Das von ihm favorisierte Unternehmen habe das garantiert und hohe Investitionen angekündigt. Am 19. Februar 2026 habe der Aufsichtsrat aber anders entschieden und dem zweiten Bieter den Zuschlag erteilt. Er habe sich bei der Abstimmung enthalten, so Krach.
An den Vertragsverhandlungen sei er nie direkt beteiligt gewesen, sagte er. Das habe die Geschäftsführung des Klinikums Hannover gemacht. „Ich habe persönlich keinen Kontakt mit diesem Unternehmer gehabt“, versicherte Krach. Er habe zuletzt vor zwei bis zweieinhalb Jahren mit ihm in Verbindung gestanden. Während des Vergabeverfahrens habe es keinen persönlichen Austausch gegeben. Er habe nicht einmal eine Handynummer von ihm.
„Ich habe keine Spende von diesem Unternehmen angenommen. Und ich sage das auch ganz offen: Der Vorwurf der Bereicherung trifft mich persönlich sehr. Denn ich habe immer klare Grenzen gezogen in den zwölf Jahren, in denen ich politisch Verantwortung trage.“ Das fragliche Unternehmen, aus dem die abgewiesene Spende an die SPD kam, äußerte sich auf dpa-Anfrage nicht.
„Überrascht“ über Vorgehen der Staatsanwaltschaft
Auf Fragen von Journalisten sagte Krach mehrfach, dass er das Vorgehen der Staatsanwaltschaft so kurz vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September nicht bewerten wolle. „Ich unterstelle der Staatsanwaltschaft gar nichts“, sagte er. „Ich bin absolut überzeugter Demokrat und glaube an die Unabhängigkeit der Justiz.“
Krach ergänzte, er sei jedoch über den Zeitpunkt der Wohnungsdurchsuchung bei ihm „überrascht“. „Ich weiß nicht, was sie dort gesucht haben, unter den Betten meiner Kinder oder im Auto.“ Beschlagnahmt worden seien neben seinem Handy, das er womöglich in Kürze zurückbekomme, alte Handys der Familie und ein iPad. Einen genauen Überblick habe er nicht.
