Weltkriegsbombe in Berlin

Fliegerbombe entschärft: Anwohner kehren zurück


Aktualisiert am 27.08.2026 – 00:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Polizeibeamte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes stehen an einer entschärften Bombe: Die Bombe konnte um kurz vor Mitternacht unschädlich gemacht werden. (Quelle: Annette Riedl)

In Berlin-Neukölln zwingt eine rund 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe Tausende Menschen zur Flucht aus ihren Wohnungen. Nun folgt die Entwarnung.

Die rund 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe in Berlin-Neukölln ist am späten Mittwochabend erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Polizei mit. Tausende Menschen, die zuvor ihre Wohnungen verlassen mussten, konnten kurz vor Mitternacht wieder zurückkehren. Insgesamt waren 5.600 Haushalte betroffen.

Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war im Neuköllner Schifffahrtskanal gefunden worden. Der Zünder wurde getrennt und unschädlich gemacht. „Es besteht keine Gefahr mehr“, teilte die Polizei mit. „Alle Absperrungen sind aufgehoben.“

Fund bei geplanter Suche nach Altlasten

Um den Fundort war ein 500 Meter großer Sperrkreis eingerichtet worden. Die Evakuierung zog sich länger hin als erwartet und war erst am späten Abend abgeschlossen. Sie dauerte verhältnismäßig lang, weil es mehrere Pflegeeinrichtungen im Sperrkreis gab.

Die Bombe war den Angaben der Polizei zufolge gegen 10.40 Uhr bei einer geplanten Suche nach Altlasten aus dem Weltkrieg auf dem Grund des Gewässers zwischen der Teupitzer und der Treptower Straße gefunden worden. Die belebte Sonnenallee liegt nur wenige Querstraßen entfernt. Betroffen war auch der Berliner Nahverkehr: Die Buslinien M43, 171 und 166 wurden umgeleitet, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit.

Seniorenheim wurde während Bombenentschärfung nicht geräumt

Im Sperrkreis lagen ein Seniorenheim, eine Obdachlosenunterkunft und eine Kita. Mit dem Altenheim sei abgemacht worden, dass die Bewohner im Haus bleiben könnten und es nicht verlassen müssten, sagte Polizeisprecher Martin Halweg. Sie sollten sich aber nur im Hausinneren aufhalten.

Polizeibeamte des Kampfmittelbeseitigungsdienstes arbeiten an einer entschärften Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Neukölln gefunden wurde: Eine russische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Berliner Weigandufer entschärft. (Quelle: Annette Riedl/dpa)

Beamte klingelten an vielen Türen, damit die Bewohner ihre Wohnungen verließen. Auf beiden Seiten des Schifffahrtskanals waren Lautsprecherwagen unterwegs, um die Menschen zu informieren. Die Behörden warnten zudem über das System Katwarn. Wer unmittelbar am Fundort wohne, für den bestehe im Fall einer Explosion die große Gefahr, zu Schaden oder sogar zu Tode zu kommen, warnte Halweg. Gegebenenfalls würden Menschen unter Zwang aus den Wohnungen geholt.

Weltkriegsbombe in Berlin entschärft: 200 Polizisten im Einsatz

Polizei, Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und weitere Organisationen waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Allein die Polizei war eigenen Angaben zufolge mit rund 200 Kräften vor Ort. Das Deutsche Rote Kreuz kümmerte sich um die Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner. Der Bezirk richtete in der Adolf-Reichwein-Schule auf der Sonnenallee eine Notunterkunft mit Platz für 200 Menschen ein.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version