AfD-Kandidat Siegmund bei Wahlduell
„Wir werden die Geschichte schreiben“
27.08.2026 – 01:00 UhrLesedauer: 4 Min.
Beim Wahlduell in Sachsen-Anhalt kündigte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund an, Geschichte schreiben zu wollen. Seinem CDU-Konkurrenten Sven Schulze warf er 24 Jahre verfehlte Regierungspolitik vor.
Elf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt trafen bei „Fakt ist!“ alle sieben Spitzenkandidaten aufeinander – zunächst allerdings nur die beiden mit realistischen Chancen auf das Amt des Ministerpräsidenten. Die Favoritenrolle war dabei klar: Eine aktuelle Infratest-dimap-Umfrage sah die AfD bei 42 Prozent und die CDU bei 22 Prozent.
Die Gäste
- Sven Schulze, amtierender Ministerpräsident, CDU-Spitzenkandidat
- Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender
- Eva von Angern, Spitzenkandidatin der Linken und Fraktionsvorsitzende
- Armin Willingmann, SPD-Spitzenkandidat und Minister für Energie und Wissenschaft
- Susan Sziborra-Seidlitz, Grünen-Spitzenkandidatin und Co-Landesvorsitzende
- Lydia Hüskens, FDP-Spitzenkandidatin und Ministerin für Infrastruktur und Digitalisierung
- Thomas Schulze, BSW-Spitzenkandidat und Co-Landesvorsitzender
Entsprechend selbstbewusst trat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund von Anfang an auf: „Wir werden die Geschichte schreiben. So oder so, die Zukunft ist die AfD in Deutschland“, so der AfD-Politiker. Ministerpräsident Sven Schulze warf ihm hingegen fehlende Konzepte vor und kritisierte das Frauenbild im AfD-Wahlprogramm. Siegmund konterte mit 24 Jahren CDU-Regierung: In dieser Zeit habe die Partei weder kostenlose Kindergartenversorgung noch kostenloses Schulessen zustande gebracht. Als Sven Schulze später Ergebnisse seiner ersten Monate im Amt aufzählte, sagte er: „Ich habe also geliefert und nicht nur gelabert.“
Sven Schulze: „Ich würde Sie nie als Flachzange bezeichnen“
AfD-Chefin Alice Weidel hatte am Wochenende alle Regierenden in Deutschland pauschal als „Flachzangen“ bezeichnet. Moderatorin Susann Reichenbach fragte Siegmund, ob er Schulze als Flachzange bezeichnen würde. Siegmund antwortete: „Es geht nicht um den Menschen, es geht um die Politik, die hier gemacht wird.“ Schulze ließ das nicht gelten: „Mir würde es nie einfallen, Sie als Flachzange zu bezeichnen. Ich mag Ihr Programm nicht. Und ich bin überzeugt, Sie haben auch nicht die richtigen Antworten. Aber ich würde Sie nie als Flachzange bezeichnen.“
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Auf die Frage, ob Siegmund in seinen Augen ein Rechtsextremist sei, antwortete Schulze: „Das kann ich, weil ich ihn zu wenig kenne, nicht beurteilen. Ich sehe aber, mit wem er sich umgibt. Und da sind Menschen, die höchst gefährlich sind, nicht nur für Sachsen-Anhalt, sondern auch für Deutschland.“ Schulze warf ihm vor, sich davon nicht distanziert zu haben: „Das haben Sie nicht gemacht.“
Was sich die kleineren Parteien ausrechnen
In der zweiten Hälfte kamen die übrigen fünf Spitzenkandidaten dazu – und mussten sich zu ihren Umfragewerten erklären. Eva von Angern, deren Partei Die Linke leicht verloren hatte, gab sich kämpferisch: In der letzten Woche komme Rückenwind von ihren „drei Silberlocken“ Dietmar Bartsch, Gregor Gysi und Bodo Ramelow sowie von Heidi Reichinnek. Armin Willingmann von der SPD wurde gefragt, was Willy Brandt zu acht Prozent für die SPD gesagt hätte. „Möglicherweise wäre er auch ein Stück weit enttäuscht gewesen“, antwortete er, entmutigt sei die Partei aber nicht.
