Champions League der Frauen
Bengalos fliegen auf den Rasen – Rache am FC Bayern?
Aktualisiert am 23.09.2026 – 09:02 UhrLesedauer: 3 Min.
Beim Champions-League-Spiel der Bayern-Frauen fliegen Bengalos auf das Spielfeld. Die Schiedsrichterin lässt weiterlaufen. Dafür erntet sie viel Kritik.
Ein Pyro-Eklat hat den Auftakt der Bayern-Frauen in der Champions League überschattet. Die Mannschaft des amtierenden deutschen Meisters trug ihr erstes Pflichtspiel im Sportpark Unterhaching gegen Manchester City aus. Zwar führte das Team von Trainer José Barcala bereits vor dem Halbzeitpfiff mit 2:0, doch dann fiel kurz vor der Pause noch der Ausgleich. Beth Mead hatte die Gäste aus England auf kuriose Weise wieder herangeführt.
Meads Anschlusstreffer zum 2:1 fiel nach einem Angriff über den rechten Flügel, auf den kurz zuvor von den Zuschauerrängen Pyrotechnik geworfen worden war. Ein Bengalo lag auf dem Rasen – und zwar ausgerechnet auf der ballnahen Seite, also dort, wo sich das Spielgeschehen zutrug. Der aus dem Feuerwerkskörper entweichende blaue Rauch schien zumindest einige Spielerinnen zu irritieren. Zudem war am Spielfeldrand auch roter Rauch – vermutlich aus einem weiteren Bengalo – zu sehen.
Die Aktion hatte durchaus Folgen für den Spielverlauf. Später wurde vermutet, dass es sich bei dem Pyrotechnik-Wurf womöglich um eine Aktion der Fans der SpVgg Unterhaching gehandelt haben könnte.
„Für mich muss das Spiel unterbrochen werden, die Pyro liegt schon mehrere Sekunden auf dem Platz, Spielerinnen registrieren das und haben vielleicht in dem Moment schon abgeschaltet, weil das Spiel unterbrochen werden muss“, sagte Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball des FC Bayern, in der Halbzeitpause im ZDF. „Sehr kurios und aus meiner Sicht von der Schiedsrichterleistung einfach nicht gut.“
ZDF-Expertin: „Brenzlige Situation“
Die spanische Schiedsrichterin Olatz Rivero Olmedo beförderte den Rauchtopf anschließend sogar eigenhändig vom Rasen. Bayern-Keeperin Ena Mahmutovic gestikulierte mit weit ausgebreiteten Armen, auch auf den Rängen herrschte Unverständnis, die Fans im Sportpark Unterhaching buhten und pfiffen lautstark.
„Das ist eine brenzlige Situation, denn es liegt Feuerwerk auf dem Platz“, sagte ZDF-Kommentatorin Mareile „Meili“ Scheidemann. „Die Münchnerinnen sagen, es hätte eigentlich nicht weitergehen dürfen“, so Scheidemann weiter. Der VAR überprüfte das Tor, hatte aber nichts zu beanstanden.
Die Bayern-Frauen brachten den knappen Vorsprung nicht über die Zeit. Zwar parierte Bayern-Torhüterin Mahmutovic zunächst einen von ihr selbst verursachten Strafstoß von Khadija Shaw (62. Minute). Doch am Ende traf Carlotta Wamser (86.) vor 4.291 Zuschauern doch noch zum Ausgleich der Engländerinnen.
Unterhaching-Fans hinter Pyro-Skandal vermutet
„Wir haben es unnötig aus der Hand gegeben“, sagte Mahmutovic nach dem Spiel bei BR24Sport. Sie sah einen Zusammenhang zwischen der Bengalo-Aktion und dem Gegentor. „Das erste Tor war unlucky, abgefälscht und mit dem Pyro.“ Dennoch wollte sie dies nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir haben uns viel zu viele Konter gefangen. Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen.“ Auch Nationalspielerin Giulia Gwinn sagte, es sei „ärgerlich, dass etwas auf dem Platz liegt. Das hat im Fußball nichts verloren.“