Das schien ihm zunächst auch zu gelingen. Bereits im Dezember trainierte Musiala wieder mit der Mannschaft. Wenige Wochen später stand er erstmals wieder bei einem Pflichtspiel auf dem Rasen. Beim 5:1-Auswärtssieg zum Rückrundenstart gegen Leipzig wechselte Kompany Musiala wenige Minuten vor Schluss für Serge Gnabry ein. Der Rückkehrer bedankte sich prompt mit dem Assist zum Endstand durch Michael Olise und schrieb kurz darauf in einem Instagram-Beitrag: „Ich bin dankbar für jede Sekunde.“
Zwangspause vor der WM: Musiala verpasst letzte Testspiele
Sukzessive erarbeitete sich Musiala über den Januar und Februar hinweg dann weitere Einsatzminuten. Beim 4:1 über Borussia Mönchengladbach Anfang März durfte er erstmals wieder eine Partie über die volle Distanz absolvieren und erstmals seit seinem Comeback wieder über einen eigenen Treffer jubeln. Wenige Tage später erzielte Musiala auch beim 6:1 bei Atalanta Bergamo im Achtelfinale der Champions League ein Tor.
Der Höhenflug war jedoch nur von kurzer Dauer. Nur einen Tag nach der Partie bei den Italienern verkündete der FC Bayern, Musiala laboriere „an einer Schmerzreaktion am im Sommer verletzten, linken Sprunggelenk“. Für die Nummer zehn der Münchner bedeutete dies eine erneute Zwangspause, die auch Einfluss auf die deutsche Nationalmannschaft hatte.
Der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann verzichtete für die Partien gegen die Schweiz und Ghana auf Musiala – und das, obwohl sie die letzten Testspiele vor der Kadernominierung für die WM darstellten. Musiala hatte zu diesem Zeitpunkt zudem seit einem Jahr nicht mehr für Deutschland gespielt. Nagelsmann machte seinem Schützling hinsichtlich seiner Fitness dementsprechend Druck.
„Er hat nicht mehr so viel Zeit. Das steht außer Frage“, sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen die Schweiz in Basel angesichts der nahenden Weltmeisterschaft. „Ich traue es ihm zu, dass er auf hundert Prozent kommt. Er hat jetzt noch acht Wochen.“
Bei der WM nur noch ein Schatten seiner selbst
Anderthalb Monate später stand Musiala dann tatsächlich auf der Kaderliste der Nationalmannschaft für das Turnier in Übersee. Nagelsmann sah den gebürtigen Stuttgarter nach einigen weiteren ordentlichen Auftritten im Bayern-Trikot offenbar bereit für die WM. Doch bereits das letzte Testspiel gegen die USA zeigte, dass Musiala weiter mit Fitness und Form zu kämpfen hatte.