Hunderte Arbeitsplätze betroffen

Autozulieferer MoldTecs meldet Insolvenz an

10.05.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Autozulieferer (Symbolbild): Die Werke haben in der Region eine Geschichte von rund 80 Jahren. (Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Rückläufige Nachfrage und hohe Kosten bringen den Autozulieferer MoldTecs in die Insolvenz. Hunderte Arbeitsplätze in Thüringen und Niedersachsen stehen auf dem Spiel.

Der Automobilzulieferer MoldTecs hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen ist nach Unternehmensangaben die MoldTecs GmbH mit Sitz in Sonneberg. Zum Unternehmen gehört auch der Standort Bad Harzburg. Der Geschäftsbetrieb soll vorerst weiterlaufen.

Das Amtsgericht Meiningen ordnete nach Angaben des Unternehmens am 6. Mai die vorläufige Eigenverwaltung an. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Leipziger Rechtsanwalt Christoph Alexander Jacobi bestellt. MoldTecs begründete den Schritt mit rückläufiger Nachfrage, steigendem internationalen Wettbewerbsdruck sowie hohen Energie- und Standortkosten.

Wie viele Arbeitsplätze konkret gefährdet sind, ist bislang offen. Nach Unternehmensangaben arbeiten am Standort Sonneberg mehrere hundert Beschäftigte, in Bad Harzburg rund 180. Das Unternehmen erklärte, das Verfahren soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Die übrigen Gesellschaften der MoldTecs-Gruppe seien von dem Verfahren nicht betroffen.

Die Insolvenz betrifft damit nicht nur einen einzelnen Standort, sondern die operative MoldTecs GmbH mit ihren Werken in Sonneberg und Bad Harzburg. Welche Folgen das Verfahren jeweils für die einzelnen Standorte haben wird, ist derzeit allerdings unklar.

MoldTecs entstand 2022 aus dem Geschäft mit Hochleistungs-Kunststoffteilen von Mann+Hummel. Käufer war die Beteiligungsgesellschaft Mutares. Als eigenständige Marke/Firma ist MoldTecs also erst seit Herbst 2022 am Markt. Die Werke selbst haben eine deutlich längere Vorgeschichte; der Standort Sonneberg reicht laut Berichten bis in die 1940er-Jahre zurück.

In der Region Sonneberg wird die Entwicklung mit Sorge aufgenommen. Die Automobilzulieferindustrie zählt dort zu den wichtigsten Arbeitgebern. Bereits andere Unternehmen der Branche hatten zuletzt Stellenabbau angekündigt oder Insolvenz angemeldet.

Sonnebergs Bürgermeister Christian Dressel sprach von „bestürzenden Nachrichten“. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die Sanierung in Eigenverwaltung gelinge und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Die Gewerkschaft IG BCE sieht das Verfahren kritisch. Der Ortsgruppenvorsitzende Ronny Hörnlein erklärte, die Sanierung sei „die einzige Chance, die wir haben“. Zugleich warnte er vor möglichem weiterem Stellenabbau.

Nach Angaben der Geschäftsführung soll ein bereits begonnenes Transformationsprogramm nun schneller umgesetzt werden. Geschäftsführer Wolfgang Lichtenwalder erklärte, das Verfahren sei „solide durchfinanziert“ und solle MoldTecs wieder wettbewerbsfähig machen.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version