Ausflugstipp in Franken
Diese Schlucht zeigt Millionen Jahre Erdgeschichte
Aktualisiert am 23.05.2026 – 03:33 UhrLesedauer: 3 Min.
In Klingenberg am Main führt ein leichter Weg durch Weinberge in eine geheimnisvolle Schlucht. Unterfrankens Geotop zeigt eindrucksvoll, wie Landschaften entstehen.
Die Sonne zeigt sich, die Temperaturen klettern. Viele planen deshalb einen Wanderausflug. Wer noch eine Idee für eine leichte Tour sucht, könnte in Klingenberg in Franken fündig werden. Die Kleinstadt am Main verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen: durch Weinberge spazieren, Weingenuss erleben – und auf einer entspannten, aber abwechslungsreichen Runde zu einer Schlucht wandern.
Die Seltenbachschlucht gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns – diesen Titel verlieh ihr das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) im Jahr 2011. Chef-Geologe Roland Eichhorn schwärmte damals laut der städtischen Internetseite: „Wer die Seltenbachschlucht durchwandert, dem werden 250 Millionen Jahre Erdgeschichte vor Augen geführt.“

Entstanden durch Starkregen, Flutwellen und die Eiszeit
Die Behauptung kommt nicht ungefähr: Die Schlucht ist nämlich durch monsunartigen Starkregen und Flutwellen entstanden, die die Gegend des heutigen Spessarts vor Jahrmillionen verwüsteten. Die Wellen türmten darauf meterhoch Sand und Geröll auf, der sich anschließend zum Bundsandstein verfestigte.
In der Eiszeit wiederum schnitten sich Flüsse tief in diese Gesteine ein, so entstand dann letztlich auch die Seltenbachschlucht. Geologe Eichhorn betonte deshalb bereits 2011: „Die Seltenbachschlucht verrät viel über Bayerns wechselvolle Klimageschichte.“
Heute gilt die Schlucht als beliebtes Ausflugsziel in Unterfranken. Der Wanderweg durch das Geotop führt vom Stadtzentrum aus über zahlreiche Brücken nach oben. Weil gerade einmal etwas mehr als 100 Höhenmeter zu absolvieren sind, ist der Weg auch für Familien und nicht geübte Wanderer gut zu schaffen. Allerdings ist er nicht barrierefrei.

Beim Wandern lohnt es sich, die Augen offenzuhalten. Mit etwas Glück entdeckt man Feuersalamander. Die Schlucht gilt als einer der wenigen Orte, an denen die streng geschützten Tiere in Deutschland noch heimisch sind. Deshalb ist es auch verboten, den Wanderweg zu verlassen.
