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Politik

Auch in Deutschland wird es „Konflikte um Wasser“ geben

wochentlich.deBy wochentlich.de18 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Auch in Deutschland wird es „Konflikte um Wasser“ geben
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Bundesumweltminister Schneider warnt

„Deutschland drohen künftig Konflikte um Wasser“

Aktualisiert am 17.07.2026 – 13:50 UhrLesedauer: 3 Min.

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Fast ausgetrocknetes Flussbett eines Bachs (Archivfoto): Laut dem Umweltminister wird das Thema Wasser unterschätzt. (Quelle: Medien Service Mueller I Oliver Mueller/imago)

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Der Klimawandel ist angesichts diverser Krisen und Kriege in den Hintergrund der Aufmerksamkeit gerückt. Nun zwingen Hitzewellen und Trockenheit das Thema Klima wieder in den Fokus.

Der Wassermangel in Teilen Europas verschärft sich: Nach Ansicht von Bundesumweltminister Carsten Schneider wird das Thema Wasser unterschätzt. „Künftig werden wir ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“, sagte der SPD-Politiker dem „Spiegel“. „Deutschland war bisher ein wasserreiches Land, aber das ändert sich gerade.“ In mehreren Ländern Europas gelten angesichts der Trockenheit bereits Einschränkungen.

In Deutschland müssen rund 80 Kommunen nach Angaben des Deutschen Städtetags inzwischen in jedem Hitzesommer sogenannte Allgemeinverfügungen erlassen. Sie beschränken die Nutzung von Trink- oder Grundwasser oder untersagen zeitweilig die Entnahme aus Flüssen und Seen.

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Umweltminister Schneider sieht mit Blick auf Wasserknappheit auch wirtschaftliche Folgen. Er verwies zum Beispiel auf den Halbleiterkonzern Infineon, der sich auch in Dresden niedergelassen habe, was viel mit der Elbe zu tun habe. „Die brauchen viel Wasser bei der Halbleiterproduktion“, sagte Schneider. „Zum anderen ist es eine Urangst aller Menschen, dass nicht genug Wasser da ist. Es geht hier um unsere Existenzgrundlage.“

Wie ernst ist die Lage?

Die hohen Temperaturen führen nun auch im vermeintlich immergrünen Irland zu Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Seit Donnerstag gilt in Dublin und Teilen Ostirlands eine sechswöchige „Water Conservation Order“ – umgangssprachlich ein „Gartenschlauchverbot“. Ähnliche Maßnahmen gibt es bereits in Bayern, Frankreich, Italien und der Schweiz.

Der staatliche irische Wasserversorger Uisce Éireann nennt als Grund schwindende Vorräte in Flüssen und Speichern. Landesweit liegt der private Wasserverbrauch rund 20 Prozent über dem üblichen Niveau. Im Großraum Dublin wurden zuletzt täglich bis zu 693 Millionen Liter verbraucht – etwa 50 Millionen mehr als im Durchschnitt.

Verboten ist unter anderem, mit dem Gartenschlauch Gärten zu bewässern, Autos zu waschen oder größere Schwimmbecken zu füllen. Auch Zierteiche und Springbrunnen dürfen nicht mit Leitungswasser versorgt werden; Fischteiche sind ausgenommen. Verstöße können geahndet werden.

Verbände fordern bewussteren Umgang mit Wasser

In Deutschland mahnt der Deutsche Städtetag zum Umdenken. „Früher galt Wasser in Deutschland vielen als unbegrenzte Ressource. Dem ist nicht mehr so“, sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Wasserversorgung sei zwar weiter sicher, Bund und Länder sollten aber einheitliche Entnahmeentgelte sicherstellen. Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Privathaushalte, sondern um die kommerzielle Wasserentnahme. Die Entgelte für Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft müssten einen Anreiz zum Sparen setzen.

Der Fluss Doubs ist über mehrere Kilometer ausgetrocknet (Symboldbild: AfP).Vergrößern des Bildes
Der Fluss Doubs ist über mehrere Kilometer ausgetrocknet (Symboldbild: AfP). (Quelle: AFP/afp)
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