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Gesundheit

Apothekensterben in Deutschland: Warum das Netz schwindet

wochentlich.deBy wochentlich.de15 September 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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Apothekensterben in Deutschland: Warum das Netz schwindet
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Steigende Kosten, fehlender Nachwuchs

Apothekensterben nimmt dramatische Ausmaße an

Aktualisiert am 15.09.2025 – 15:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Das rote A weist den Weg: Wer ein Medikament braucht, dürfte es hier bekommen. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)

Deutschlands Apothekennetz schrumpft, die Zahl an Standorten nimmt stetig ab. Die Branche fordert dringend Anpassungen, um diese Entwicklung zu stoppen.

Der Weg zur nächsten Apotheke könnte mancherorts noch etwas weiter werden. „Das Apothekensterben wird weitergehen, es sei denn, es kommt jetzt sehr schnell eine Anpassung des Honorars und eine Dynamisierung. Dann wird dieses Apothekensterben gestoppt werden können“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Thomas Preis, in Düsseldorf. Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im ersten Halbjahr um 238 auf 16.803 gesunken. Damit schloss binnen zehn Jahren etwa jeder sechste Standort.

Mit Dynamisierung ist gemeint, dass Apotheken steigende Kosten weiterreichen und so mehr Geld bekommen können. Nach Darstellung von Preis geht es beim Rückgang der Apothekenzahlen nicht nur um ländliche Regionen, sondern auch um Städte. „Das ist nicht nur die Landapotheke. Es gibt leider immer mehr Stadtteile in großen Städten, wo es keine Apotheke gibt.“ Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt seit Jahren, 2024 fiel sie der Abda zufolge auf den niedrigsten Stand seit 1978.

Zu den Gründen zählen Kostendruck und Probleme bei der Nachfolgesuche, wenn Inhaber oder Inhaberinnen von Apotheken in den Ruhestand gehen. Mangels Verdienstmöglichkeiten ziehe es qualifizierte Menschen in die Industrie oder Krankenhausapotheken, beklagt die Abda.

Alarmierend findet Abda-Chef Preis auch die Tatsache, dass im ersten Halbjahr 240 Haupt- und Einzelapotheken zugemacht haben und dieser Zahl nur 23 Neueröffnungen gegenüberstehen. Auch die Zahl der Filialen ist rückläufig.

Unter Druck geraten stationäre Apotheken auch durch Online-Apotheken wie DocMorris und Shop Apotheke. Diese Konkurrenten, die auf Bestellungen im Internet setzen und vor Ort nicht präsent sind mit Standorten, sehen die Entwicklung weniger dramatisch. Der Rückgang der Vor-Ort-Apotheken gefährde nicht die Versorgung, da die Schließungen überproportional Gebiete mit hoher Apothekerdichte beträfen, heißt es in einem Papier des europäischen Verbandes der Online-Apotheken EAEP. Man brauche keine „Panikmache“.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag Stabilisierungsmaßnahmen für die Branche vereinbart, zu denen auch Verbesserungen bei der Vergütung gehören. Das ist ein Grund, warum sich die Sorgenfalten der Apotheker etwas glätten. In einer repräsentativen Onlinebefragung von 500 Apothekeninhabern gaben zwar rund 42 Prozent an, dass sie in den nächsten zwei bis drei Jahren eine etwas oder deutlich schlechtere wirtschaftliche Entwicklung an ihrem Standort erwarten. Bei der gleichen Befragung 2023 und 2024 waren es aber noch jeweils etwa 63 Prozent.

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