Nach Brandanschlag

Linke-Politiker Büttner sieht „antisemitisches Problem“ in Partei

07.01.2026 – 05:28 UhrLesedauer: 1 Min.

Andreas Büttner (Archivbild): Der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte wird täglich bedroht und beleidigt. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung zieht Andreas Büttner Bilanz – und spricht offen über ein Problem in seiner Partei. Doch Unterstützung bleibt rar.

Nach einem Brandanschlag auf sein Grundstück und einer Morddrohung hat Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ein „antisemitisches Problem“ in seiner Partei benannt. Auf die Frage der „Berliner Morgenpost“, ob er sich durch die Linke ausreichend unterstützt fühle, sagte er: „Ich nehme es positiv wahr, dass van Aken mich angerufen hat, aber man muss auch deutlich erkennen und sagen, dass es ein antisemitisches Problem in der Partei gibt.“

Der Linke-Politiker steht derzeit massiv unter Druck: Am Sonntag wurde sein Grundstück Ziel eines Anschlags, am Montag ging eine Morddrohung im Potsdamer Landtag ein. Zugleich läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn; Büttner steht wegen seiner Israel-Positionen parteiintern in der Kritik.

Im Interview berichtete Büttner, dass ihm Beleidigungen und Bedrohungen täglich begegneten. Eine öffentliche Stellungnahme der Bundesvorsitzenden zu dem Angriff auf ihn stehe noch aus. Co-Parteichef Jan van Aken habe ihn zwar angerufen, eine angekündigte Pressemitteilung sei aber bislang nicht erschienen. Zum Landesverband äußerte er sich hingegen positiv.

Aus der Linken austreten will Büttner trotz der Spannungen vorerst nicht, zumindest nicht während des laufenden Ausschlussverfahrens: „Weil dann diejenigen, die den Antrag eingereicht haben, denken, sie haben gewonnen.“

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