Per Hubschrauber eingeflogen

Fake-Milliardär löst Riesenärger aus


Aktualisiert am 17.09.2026 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Amazon-Gründer und Multimilliardär Jeff Bezos (Archivbild): Ein Double des US-Amerikaners bringt die österreichische Polizei in Schwierigkeiten. (Quelle: IMAGO/Poitout Florian/ABACA/imago)

Als Höhepunkt einer Firmenfeier landet ein Hubschrauber – mit auf den ersten Blick prominenter Besatzung. Jetzt ermittelt die österreichische Antikorruptionsbehörde.

Die österreichische Firma Haidlmair feiert Mitte August den Abschluss des größten Auftrags ihrer Geschichte – durchgeführt für niemand Geringeren als den US-Riesen Amazon. Es gibt Musik, eine Stuntshow und zumindest auf den ersten Blick hohen Besuch: Unter die Gäste mischt sich ein Doppelgänger von Amazon-Gründer Jeff Bezos – inklusive echter, zu seinem Personenschutz abgestellter Polizisten.

Wie „Der Standard“ nun berichtet, wird innerhalb der Polizei von Oberösterreich ermittelt, wieso der Personenschutz für den Doppelgänger bewilligt wurde und wer ihn bezahlen soll. Es habe sich inzwischen auch das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung eingeschaltet.

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Im Internet kursieren Videos, auf denen die Werbeaktion des Werkzeugbauers festgehalten ist. Das Bezos-Double wird sogar per Hubschrauber eingeflogen. Anschließend bekommt der glatzköpfige Mann im Anzug und mit Fliegerbrille eine Führung über das Firmengelände. Immer dabei: drei schwer bewaffnete und vermummte Polizisten.

Polizeichef sieht Einsatz wohl als Werbemaßnahme

Wie der Firmenchef Mario Haidlmair der österreichischen Zeitung bestätigte, hatte er für den Personenschutz persönlich Kontakt zum Linzer Polizeichef Klaus Hübner aufgenommen. Sie hätten zeitweise im selben Ort gewohnt und würden einander schon seit Jahren kennen. Zunächst habe Hübner die Anfrage abwegig gefunden – dann aber als Möglichkeit erkannt, „Polizeiarbeit zu bewerben und auch als willkommene Rekrutierungs- und Employer-Branding-Maßnahme“.

„Der Standard“ schreibt, dass die drei Beamten die Arbeitszeit wohl als Überstunden abrechnen durften, inklusive einer Gefahrenzulage. Wer diese Kosten trägt, wollte die Behörde auf Anfrage der Zeitung nicht beantworten. Haidlmair sagte, er habe angeboten, alle Kosten zu übernehmen. Bisher habe er aber noch keine Rechnung erhalten.

Wie „Der Standard“ schreibt, ist der Vorfall nicht nur wegen der mutmaßlich kurzen Dienstwege problematisch. Im Raum stehe auch der Verdacht des Amtsmissbrauchs.

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