Laut Studie
Diese Ernährung könnte Senioren vor Alzheimer schützen
09.07.2026 – 08:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Alzheimer ist unheilbar. Aber eine antientzündliche Ernährung könnte das Demenzrisiko noch senken, wenn schon erste Hinweise auf die Erkrankung vorliegen.
Eine gesunde Ernährung könnte das Demenzrisiko selbst dann senken, wenn im Blut bereits frühe Alzheimer-typische Anzeichen erkennbar sind. Das legt eine neue Langzeitstudie des schwedischen Karolinska-Instituts nahe, die im Fachjournal „Jama Network Open“ veröffentlicht wurde. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankungen und betrifft etwa 10 Prozent aller über 65-Jährigen.
Schutzeffekt trotz früher Warnzeichen
Für die Studie wurden 1.865 Menschen ab 60 Jahren ohne Demenz über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren begleitet. Die Forscher erfassten regelmäßig die Ernährungsgewohnheiten und bestimmten im Blut Biomarker, die auf Alzheimer-typische Veränderungen, Nervenzellschäden oder Entzündungsprozesse im Gehirn hinweisen.
Dabei zeigte sich, dass Teilnehmer mit einer insgesamt gesünderen Ernährung auch seltener eine Demenz entwickelten. Besonders auffällig war der Zusammenhang bei Menschen, die bereits erhöhte Alzheimer-Biomarker und damit ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufwiesen.
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Entzündungshemmende Kost schnitt am besten ab
Die Wissenschaftler verglichen drei Ernährungsmuster:
- eine strikt mediterrane Ernährung (auch Mittelmeerdiät genannt): Sie enthält viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und Fisch sowie wenig rotes Fleisch.
- eine allgemein gesunde Ernährung, die dem „Alternative Healthy Eating Index“ folgt: Bei dieser wird bewertet, wie gesund die Ernährung insgesamt ist. Je mehr pflanzliche Lebensmittel und je weniger stark verarbeitete oder zuckerreiche Produkte gegessen werden, desto höher fällt der Wert aus.
- eine antientzündliche Ernährung, die dem „Reversed Empirical Dietary Inflammatory Index“ folgt: Bei dieser wird insbesondere bewertet, wie entzündungsfördernd oder entzündungshemmend die Ernährung ist.
Alle drei Ernährungsmuster waren mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden. Vor allem die antientzündliche Kost zeigte jedoch bei Menschen, bei denen bereits erhöhte Biomarker auftraten, die stärksten Effekte: Wer sich besonders strikt daran hielt, hatte ein um bis zu 30 Prozent geringeres relatives Risiko, im Verlauf der Studie an einer Demenz zu erkranken.
Warum Entzündungen eine Rolle spielen
Chronische Entzündungen gelten als wichtiger Faktor bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen – also Erkrankungen wie Alzheimer, die mit dem Untergang von Nervenzellen im Gehirn verbunden sind.
Eine entzündungshemmende Ernährung setzt vor allem auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle. Stark verarbeitete Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke sowie große Mengen an rotem und verarbeitetem Fleisch werden dagegen möglichst gemieden.
Die Forscher vermuten daher, dass eine antientzündliche Ernährung zu weniger Entzündungsprozessen im Körper führt und sich dadurch möglicherweise auch schützend auf das Gehirn auswirkt.
Wie ist die Studie einzuordnen?
Die Untersuchung kann nicht beweisen, dass eine entzündungshemmende Ernährung Demenz verhindert, sie zeigt lediglich einen Zusammenhang auf. Die Studienteilnehmer setzten sich zudem überwiegend aus älteren, vergleichsweise gesunden und gut gebildeten Menschen aus Schweden zusammen. Ob sich die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, müssen weitere Studien zeigen.
Dennoch liefert die Untersuchung einen wichtigen Hinweis: Selbst wenn bereits erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung im Blut vorhanden sind, könnte ein gesunder Lebensstil den Krankheitsverlauf noch positiv beeinflussen.
