„Schmerzt sehr“

Cyberangriff legt Textilfirma lahm – jetzt folgt die Insolvenz


09.07.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Symbolbild Näherinnen bei der Arbeit: In Aschaffenburg hat eine Textilfirma Insolvenz beantragt. (Quelle: IMAGO/imago)

Eine Attacke auf die IT hat eine Textilfirma aus Aschaffenburg in die Insolvenz getrieben. IT-Angriffe sind kein Einzelfall. Die Schäden gehen in die Milliarden.

Ein Cyberangriff hat eine Textilfirma aus Aschaffenburg offenbar so schwer getroffen, dass sie Insolvenz anmelden musste. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hat das ZEGO Textilveredelungszentrum beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Das Gericht bestellte demnach Rechtsanwalt Maximilian Maierhofer von der Kanzlei Ohly Zöller zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Das Unternehmen will trotz des Insolvenzantrags weitermachen. Geschäftsführer Johannes Zenglein schreibt in einer Mitteilung auf der Firmenwebseite, Ziel sei es, den Betrieb zu restrukturieren, wirtschaftlich zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu erhalten.

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Auslöser der finanziellen Schieflage war nach Angaben des Unternehmens ein Cyberangriff Ende März. Dieser habe die Firma erheblich belastet. Die Produktion sei infolge der Attacke fast sechs Wochen lang ausgefallen. Trotz großer Anstrengungen hätten die Folgen nicht vollständig aufgefangen werden können.

Schäden in Milliarden-Höhe

Der Schritt in die Insolvenz schmerze sehr, schreibt Zenglein. Eine Insolvenz bedeute aber nicht zwangsläufig das Ende eines Unternehmens. Vielmehr solle das Verfahren genutzt werden, um ZEGO neu aufzustellen. Auch Kundenbeziehungen sollen fortgeführt und die Zukunft des Unternehmens gesichert werden.

ZEGO wurde 1990 gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 60 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt in Aschaffenburg eine eigene Stickerei, Näherei und Druckerei. Spezialisiert ist ZEGO auf die Veredelung von Arbeitskleidung sowie auf Lagerung und Logistik rund um Textilien.

ZEGO ist nicht der erste Mittelständler, der nach einem Cyberangriff in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Ein ähnlicher Fall war der Serviettenhersteller Fasana aus Euskirchen. Auch dort hatte eine Hackerattacke das Unternehmen schwer belastet.

Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom erfahren acht von zehn Betrieben im Land Cyberangriffe. Mal bricht die Homepage unter dem massenhaften Ansturm fingierter Computer zusammen, Fachleute sprechen bei dem Serverzusammenbruch von DDoS. Mal werden wichtige Daten von Firmenservern entwendet, und erst gegen Lösegeld wieder zugänglich gemacht. Experten sprechen von Ransomware, frei übersetzt Lösegeldangriff.

Der Schaden für die deutsche Wirtschaft liegt laut einer Bitkom-Studie von 2024 bei jährlich rund 267 Milliarden Euro.

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