Vor allem ein Antrieb boomt
Alternative Antriebe sind Normalität geworden
19.08.2026 – 11:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Fast zwei Drittel aller seit Jahresbeginn neu zugelassenen Pkw haben einen alternativen Antrieb. Im Juli hat dieser Trend zugenommen.
Der Markt verschiebt sich immer stärker zugunsten alternativer Antriebe: Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden in den ersten sieben Monaten 2026 rund 1,15 Millionen Pkw mit Elektro-, Hybrid-, Gas- oder anderen alternativen Antrieben neu zugelassen. Das waren 21,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen stieg damit auf 65,7 Prozent.
Besonders stark legten reine Elektroautos zu. Von Januar bis Juli kamen 446.615 neue E-Autos auf die Straße – 50,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit war gut jeder vierte neu zugelassene Pkw ein reines Elektroauto.
Im Juli hat sich dieser Trend noch einmal verstärkt. Allein in diesem Monat wurden laut der Branchenzeitung „Automobilwoche“ 78.609 batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das waren 61,7 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Der Marktanteil der reinen Elektroautos erreichte sogar 29,3 Prozent. Grund dafür dürften auch die hohen Spritpreise sein, die das Interesse an Stromern steigern. Auch bei Gebrauchtwagen ist dies laut Auswertung des Versicherers HUK Coburg zu spüren: Vielfahrer kaufen vermehrt E-Autos, teils auch gebraucht.
Nicht jeder alternative Antrieb fährt rein elektrisch
Fahrzeuge, die zumindest zeitweise rein elektrisch fahren können – also BEV, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge –, kamen von Januar bis Juli auf 641.028 Neuzulassungen. Ihr Anteil am gesamten Neuwagenmarkt lag bei 36,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 38,3 Prozent.
Im Juli wurden insgesamt 30.609 Plug-in-Hybride neu zugelassen, berichtet die „Automobilwoche“. Das waren 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ihr Marktanteil lag bei 11,4 Prozent. Anders entwickelte sich der Absatz der Hybride ohne Stecker: Mit 74.675 Neuzulassungen lag er 0,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Zusammen kamen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Juli auf 185.601 Neuzulassungen. Damit entfielen 69,2 Prozent aller neu zugelassenen Pkw in diesem einen Monat auf diese Antriebsarten. Ein Jahr zuvor waren es 57,4 Prozent gewesen.
VW liegt zweimal vorn
Von der Verschiebung bei den Antrieben profitieren die Hersteller unterschiedlich. Die meisten Neuwagen mit alternativem Antrieb kamen seit Januar von Volkswagen. Dahinter folgten BMW und Mercedes.
Auch bei den reinen Elektroautos lag VW an der Spitze. Hier folgten Skoda auf Rang zwei und BMW auf Rang drei. Damit führt Volkswagen sowohl den Gesamtmarkt der alternativen Antriebe als auch die Rangliste der reinen Elektroautos an.
Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) führt die Entwicklung bei Elektroautos auch auf staatliche Kaufanreize zurück. „Der Run auf E-Autos zeigt sich deutlich in den Auftragseingängen der internationalen Hersteller“, sagte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé laut „Automobilwoche“.
