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You are at:Home»Finanzen»Amundi-Chef erklärt, warum Aktien zur Rente gehören
Finanzen

Amundi-Chef erklärt, warum Aktien zur Rente gehören

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Amundi-Chef erklärt, warum Aktien zur Rente gehören
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Weil Garantien Geld kosten. Sie sichern zwar zu, dass am Ende der Laufzeit mindestens ein bestimmter Betrag ausgezahlt wird. Dafür schränken sie aber die Renditechancen ein. Das eigentliche Risiko besteht aus meiner Sicht nicht darin, dass die Kapitalmärkte zwischenzeitlich schwanken. Das größere Risiko ist, im Alter nicht genügend Vermögen aufgebaut zu haben. Bei der Altersvorsorge ist die gesetzliche Rente eine Grundabsicherung. Wer zusätzlich Vermögen aufbauen will, sollte deshalb nicht einen großen Teil der Renditechancen aufgeben, nur um jede Kursschwankung auszuschließen.

Das Verständnis für diese Zusammenhänge scheint nicht weitverbreitet zu sein. Braucht Deutschland mehr Finanzbildung?

Ja, das wäre sinnvoll. Trotzdem muss nicht jeder ein Top-Investor wie Warren Buffett werden. Niemand muss lernen, einzelne Aktien zu analysieren oder die Kapitalmärkte täglich zu verfolgen. Es reicht, wenn die Menschen verstehen, dass langfristiges Sparen funktioniert, dass regelmäßige Einzahlungen zum Beispiel in einen ETF-Sparplan sinnvoll sind und dass Zeit der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau ist. Dafür sind die geplanten Standardprodukte bei der Reform der Altersvorsorge eine gute Idee. Sie ermöglichen auch Menschen ohne große Börsenerfahrung einen einfachen Einstieg.

Was ist das Standardprodukt bei der Riester-Reform?

Fast alle Finanzunternehmen, die ab 2027 mit eigenen Produkten bei der neuen geförderten Altersvorsorge dabei sein wollen, müssen auch ein Standardprodukt anbieten. Es ist für Einsteiger gedacht, die sich noch nicht zutrauen, selbst Anlageentscheidungen zu treffen, und wird nach engen rechtlichen Vorgaben bestückt. Ein Kostendeckel soll zudem die Gebühren im Zaum halten. Neben den privaten Standardprodukten soll es auch eine staatlich organisierte Version geben. Dafür sucht die Bundesregierung aber noch einen geeigneten Träger. Ob dieses öffentlich-rechtliche Standardprodukt daher pünktlich starten kann, ist fraglich.

In der Branche bewerten viele das Altersvorsorgedepot als „Gamechanger“. Banken, Broker, Versicherungen – alle wollen direkt zum Start am 1. Januar neue Kunden gewinnen. Rechnen Sie mit einer raschen Verbreitung?

Ich habe meinen 23-jährigen Patensohn neulich gefragt, ob er sich schon Gedanken über ein Altersvorsorgedepot gemacht hat. Seine Antwort war: „Ein was?“ Das zeigt, wie unbekannt das Thema noch ist. Ich glaube, das Interesse wird nach und nach wachsen. Viele Menschen werden wahrscheinlich erst Ende 2027 aktiv werden, denn dann können sie immer noch die Förderung für das gesamte Jahr erhalten. Ich denke, es wird eher ein langsamer Start, und erst in fünf bis zehn Jahren können wir sagen, wie erfolgreich das war.

Die Bundesregierung will nicht nur die private Altersvorsorge stärken. Es sollen auch mehr Menschen betrieblich vorsorgen. Dafür hat die Koalition in ihrem ersten Rentenpaket Ende 2025 bereits Reformen verabschiedet. Reichen die?

Es wäre wünschenswert, die Betriebsrente und die private Altersvorsorge stärker miteinander zu verbinden. In anderen Ländern wie Schweden, Frankreich oder den Niederlanden funktioniert das besser. Dort gibt es klare Strukturen, die im Zuge der monatlichen Gehaltsabrechnung automatisch Geld in die Altersvorsorge lenken. In Deutschland ist das komplizierter, und für viele Unternehmen schlicht zu kostenintensiv. Es braucht einfache Lösungen, die für alle zugänglich sind und auch bei einem Jobwechsel leicht auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden können.

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