Strenger Vater, enge Verhältnisse
Als Kind stotterte sie – so fand Inga Rumpf ihre Stimme
22.07.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Bevor Inga Rumpf zur Hamburger Rock-Ikone wurde, fiel ihr das Sprechen schwer. Das Singen gab ihr Selbstvertrauen und wies ihr früh den Weg.
Inga Rumpfs tiefe, raue Stimme ist seit Jahrzehnten ihr Markenzeichen. Dabei fiel der Hamburger Sängerin als Kind ausgerechnet das Sprechen schwer: Rumpf stotterte. Nach eigener Aussage fühlte sie sich durch ihren strengen Vater eingeschüchtert. Beim Singen habe sie jedoch einen geschützten Raum gefunden.
„Durch das Singen eroberte ich mein eigenes Universum, in dem mir keiner etwas anhaben konnte“, sagte Rumpf einmal in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Spot on News“. So habe sie Selbstvertrauen und den Mut gewonnen, auf die Bühne zu gehen und schließlich auch zu sprechen, ohne zu stottern.
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Inga Rumpf verdient mit vier Jahren ihre erste Gage
Rumpf wuchs in der Nachkriegszeit in Hamburg-St. Georg auf. Die Familie lebte zu viert in einer kleinen Wohnung, erzählte sie dem Musikmagazin „Jazz and Rock“. Geld war knapp. Urlaub habe sie als Kind nicht gekannt, sagte Rumpf 2021 im Gespräch mit t-online. Stattdessen erledigte sie kleinere Aufträge für Geschäfte und half Nachbarn im Haushalt.
Ihre erste Gage verdiente Rumpf bereits mit vier Jahren. Bei einer Familienfeier stand sie auf einem Tisch, sang einige Lieder und bekam dafür fünf Mark. Anschließend klingelte sie gelegentlich bei Nachbarn und fragte, ob sie etwas vorsingen dürfe. Dafür erhielt sie mitunter einige Pfennige, wie sie t-online erzählte.
Eigentlich wollte sie zur See fahren
Dass Rumpf später Musikerin werden würde, stand zunächst nicht fest. Ihr Vater war Seemann. Als kleines Mädchen wollte sie deshalb Funkerin werden und selbst zur See fahren. Sie beherrschte früh das Morsealphabet, konnte Seemannsknoten binden und kannte die Bedeutung verschiedener Flaggen.
Im Alter von elf Jahren bekam sie schließlich ihre erste Gitarre. Für andere Kinder sei ein Spielzeugladen das Größte gewesen, für sie eine Musikalienhandlung, erinnerte sich Rumpf im Gespräch mit dem NDR. Anfang der 1960er-Jahre folgten erste Auftritte mit Bluesgruppen in einem Jugendheim auf St. Pauli.
Ihre Mutter besteht auf einer Ausbildung
Rumpfs Mutter betrachtete die musikalischen Pläne ihrer Tochter zunächst mit Skepsis. Für den Fall, dass es mit der Musik nicht klappen sollte, bestand sie auf einem sicheren Beruf. Rumpf absolvierte deshalb eine Ausbildung zur Schaufensterdekorateurin, obwohl sie bereits mit den City Preachers unterwegs war.
