5.000 Euro Strafe und Redeverbot
AfD-Spitze mahnt eigenen Abgeordneten ab
18.05.2026 – 19:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf übte scharfe Kritik am eigenen Führungspersonal. Das wird nun teuer für ihn.
Die AfD-Fraktionsspitze mahnt nach Informationen von t-online ihren Bundestagsabgeordneten Matthias Moosdorf ab. Als Grund wurde bei Einleitung der Ordnungsmaßnahme „unangemessene Kritik“ angeführt. Die hat nun empfindliche Folgen für Moosdorf: Er soll 5.000 Euro Ordnungsgeld zahlen, darf sechs Wochen lang nicht im Bundestag sprechen und erhält ein dreimonatiges Auftrittsverbot auf Fraktionsveranstaltungen. Der Beschluss fiel in der Sitzung des AfD-Fraktionsvorstands am Montagnachmittag. Ein Sprecher der Fraktion bestätigte t-online die Entscheidung am Abend.
Der sächsische Bundestagsabgeordnete Moosdorf gilt als eigenwillig, und als Überzeugungstäter in Sachen Russland. Er hat bereits zuvor mehrere Ordnungsmaßnahmen kassiert. Im Herbst 2025 sollte er beispielsweise 2.000 Euro zahlen und sechs Wochen lang nicht im Plenum sprechen, weil er ohne Genehmigung der Fraktionsspitze nach Russland gereist war. Nach Medienberichten über AfD-Abgeordnete, die auf Steuerzahlerkosten nach Russland gereist waren, hatte die Fraktionsspitze eine Genehmigung des Vorstands zur Auflage für Russlandreisen gemacht.
Dieses Mal ist der Grund für die Ordnungsmaßnahme ein anderer: Moosdorf hatte Ende April in einer E-Mail, die er an die gesamte AfD-Fraktion verschickte, Markus Frohnmaier kritisiert. Der ist Vizechef der Fraktion, sitzt also selbst im Fraktionsvorstand und ist zugleich außenpolitischer Sprecher der AfD.
Kritik an Kurs wie Person Frohnmaier
Vor ihm hatte Moosdorf den Posten inne und fuhr dort einen sehr russlandfreundlichen Kurs. Seine Ablösung war nach mehreren Skandalen von oben gewünscht, Frohnmaier soll als außenpolitischer Sprecher in Zeiten der zweiten Legislatur von US-Präsident Donald Trump einen stärkeren Ausgleich herstellen: Russland und die USA sollen in der Arbeit der AfD gleichermaßen priorisiert werden.

Moosdorf kritisierte Frohnmaier in seinem Schreiben, das t-online vorliegt, persönlich wie fachlich scharf: Er halte es für dringend geboten, „die personelle Besetzung im Arbeitskreis Außen kritisch zu überprüfen“ und „klare Maßstäbe für die Eignung und das Auftreten in der Funktion des außenpolitischen Sprechers zu definieren“. Zugleich warf er Frohnmaier mangelnde „intellektuelle Durchdringung“ komplexer Themen, „späte und oft falsche Bewertungen, aber auch richtige Entgleisungen“ vor.
Zu den Entgleisungen zählte Moosdorf konkret Frohnmaiers Aussage, die USA seien zu Beginn des Kriegs im Iran „mit chirurgischer Präzision“ vorgegangen. Frohnmaier hatte diese Einschätzung in der TV-Sendung „Markus Lanz“ geäußert. „Unser Friedenskurs ist der Goldstandard, ist unsere mühsam gefundene DNS“, schrieb Moosdorf dazu.
Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen Frohnmaier schadeten zudem dem Ansehen des Amts, so Moosdorf. Auch habe die AfD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ein dürftiges Ergebnis erzielt. Frohnmaier war dort als Spitzenkandidat aufgetreten, hatte aber weder auf der Landesliste noch in einem Direktwahlkreis kandidiert.
