Reiner Prachtbau

Deutschlands ältestes Schloss thront in Sachsen


Aktualisiert am 12.06.2026 – 16:22 UhrLesedauer: 1 Min.

Die Albrechtsburg thront über Meißen: (Quelle: imago)

1471 entstand auf dem Meißner Burgberg ein Bau, der bewusst auf Wehrhaftigkeit verzichtete. Die Albrechtsburg begründete damit eine neue Ära der Architektur.

Die Albrechtsburg Meißen kennen die meisten als Wiege Sachsens, als Geburtsstätte des europäischen Porzellans, als Postkartenmotiv hoch über der Elbe. Was die wenigsten wissen: Sie gilt auch als das älteste Schloss Deutschlands.

Grußkarte aus Meißen aus dem Jahr 1897 mit dem Wahrzeichen der Stadt: der Albrechtsburg. (Quelle: imago)

1471 beauftragten die Brüder Ernst und Albrecht von Wettin den Baumeister Arnold von Westfalen mit etwas, das es bis dahin nicht gab: einen reinen Prachtbau ohne Wehrcharakter. Kein Burggraben, keine Schießscharten. Stattdessen lichtdurchflutete Vorhangbogenfenster, filigrane Zellengewölbe und ein spektakulärer Wendelstein, dessen geschwungene Stufen sich um eine frei stehende Spindel winden.

Natürlich stehen anderswo noch ältere Mauern: wie die Meersburg am Bodensee. Diese soll bis ins 7. Jahrhundert zurückreichen. Doch dort ging es vorrangig darum, sich zu schützen, statt zu beeindrucken.

Vom Fürstensitz zur Porzellanfabrik

Eingezogen sind die Auftragsgeber allerdings nie in die Albrechtsburg. Noch während der Bauarbeiten teilten die Brüder ihr Territorium auf, der Prachtbau stand weitgehend leer.

Bis August der Starke 1710 eine neue Bestimmung fand: Er richtete in den gotischen Sälen Europas erste Porzellanmanufaktur ein. 153 Jahre lang entstand hier Meißner Porzellan, bevor die Produktion 1863 in einen Neubau umzog.

Wer tiefer in die 550-jährige Geschichte eintauchen will, kann im Schloss über ein Tablet und Augmented Reality einen Einblick bekommen, wie sich die Albrechtsburg über die Jahrhunderte verändert hat.

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