Semaglutid und Co.
Abnehmen per Spritze? Das sollten Sie unbedingt vorher wissen
Aktualisiert am 11.05.2026 – 17:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Abnehmen ohne strikte Diäten und Heißhungerattacken – die Versprechen von Abnehmspritzen sind groß. Doch die Medikamente haben auch ihre Grenzen.
Übergewicht erhöht das Risiko für Krankheiten wie Arthrose, Herzprobleme oder Diabetes. In Deutschland gelten etwa zwei Drittel der Männer und etwas mehr als die Hälfte der Frauen als übergewichtig. Fast ein Viertel ist sogar stark übergewichtig (adipös). Und: Je älter die Menschen werden, desto häufiger tritt starkes Übergewicht auf.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass sogenannte Abnehmspritzen seit einiger Zeit einen starken Trend erfahren. Denn sie versprechen: weniger Hunger, weniger Gewicht – ganz ohne strikte Diäten oder Operation. Doch was ist wirklich dran an den Versprechen? Und wo liegen die Risiken? Das erfahren Sie in diesem Artikel.
Was genau sind Abnehmspritzen?
Hinter dem Begriff „Abnehmspritze“ verbergen sich verschreibungspflichtige Medikamente mit Wirkstoffen wie Semaglutid (Wegovy® oder Ozempic®), Tirzepatid (Mounjaro®) oder Liraglutid (Saxenda®). Sie wurden ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt. Seit dem Jahr 2023 sind sie jedoch auch zur Therapie von starkem Übergewicht zugelassen.
Die Medikamente wirken über sogenannte GLP-1-Analoga. Sie ahmen das Darmhormon GLP-1 nach und sorgen dafür, dass das Hungergefühl abnimmt. Gleichzeitig verlangsamen sie die Magenentleerung und senken den Blutzuckerspiegel. Tirzepatid wirkt zusätzlich über ein weiteres Hormon (GIP), was die Wirksamkeit noch erhöhen kann.
Verabreicht werden diese Mittel per Injektion – wöchentlich oder täglich, abhängig vom Präparat. Die Anwendung erfolgt nach ärztlicher Einweisung und nur unter medizinischer Kontrolle.
Wie stark kann man damit abnehmen?
Wie hoch die Gewichtsabnahme ist, hängt vor allem vom Grad des Übergewichts ab und ob die empfohlenen Lebensstilveränderungen (gesunde Ernährung und mehr Bewegung) umgesetzt werden. Einzelne Studien zeigen bisher folgende Wirkung:
- Nach 56-wöchiger Therapie mit Liraglutid erreichten die Probanden eine mittlere Gewichtsabnahme von durchschnittlich acht Prozent.
- Mit Semaglutid verloren die Teilnehmenden nach 52 Wochen im Schnitt knapp 15 Prozent ihres Körpergewichts. Auch weitere Gesundheitsparameter verbesserten sich messbar: etwa Blutdruck, Blutfettwerte und Blutzucker.
- Bei Tirzepatid erreichten die Teilnehmenden in den ersten 36 Wochen eine Gewichtsabnahme von bis zu 21 Prozent – ein Effekt, der fast an die Ergebnisse chirurgischer Eingriffe heranreicht.
Allerdings funktioniert das nicht bei jedem Menschen gleich gut. Und: Wird das Medikament abgesetzt, steigt das Gewicht meist wieder. „Adipositastherapie ist Arbeit und bleibt lebenslange Arbeit“, betont Dr. Kristina Lenz vom Helios Adipositaszentrum Schwerin. Die Medikamente seien eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für die klassische Therapie, bestehend aus einer langfristigen Ernährungsumstellung, Bewegung, Verhaltenstraining
Wie funktioniert eine Adipositastherapie?
Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von starkem Übergewicht ist eine langfristige Gewichtsabnahme. Welche Behandlung im Einzelnen sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Schweregrad der Adipositas, dem Alter und von den persönlichen Risikofaktoren und Begleiterkrankungen ab. Folgende Komponenten können dazugehören: Ernährungsumstellung, körperliche Aktivität, Beratung, Verhaltenstherapie, Medikamente und Operationen, wie die Magenverkleinerung oder das Magenband.
Welche Nebenwirkungen sind bekannt?
Neben dem Problem, dass die Menschen wieder zunehmen, sobald sie die Medikamente absetzen, können auch Nebenwirkungen auftreten. Häufige Beschwerden sind: