Berlin-Wahl
CDU-Spitzenkandidat: Das ist Stefan Evers
18.09.2026 – 10:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Er sprang mit kurzem Vorlauf als CDU-Spitzenkandidat ein. Der Finanzsenator polarisiert und spielt auf seinen Wahlplakaten mit Klischees.
Stefan Evers ist der CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl – ein Kandidat auf den letzten Drücker. Der 46-Jährige wurde erst zehn Wochen vor dem Wahltermin nominiert, mit dem kürzesten Vorlauf unter den aussichtsreichen Bewerbern um das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Vielen gilt er als Verlegenheitslösung, zugleich wird ihm Charisma zugeschrieben.
Auslöser war der Rückzug von Kai Wegner. Anfang Juli 2026 hatte Wegner seine Kandidatur aufgegeben, nachdem er wegen seiner Krisenkommunikation nach einem mehrtägigen Stromausfall in der Hauptstadt kritisiert worden war. Evers übernahm und räumte im ZDF-„Morgenmagazin“ „Fehler“ im Umgang mit der Krise ein. Wegners Entscheidung kommentierte er dort mit den Worten: „Dazu steht der Regierende auch, er hat eine Konsequenz gezogen – das hat auch meinen vollen Respekt.“
Stefan Evers kennt sich mit Schifffahrt aus
Evers‘ Weg nach Berlin begann fern der Hauptstadt. Er wurde in Nordrhein-Westfalen geboren und zog 1999 nach Berlin; er studierte in Potsdam Rechtswissenschaften. 2011 zog er erstmals ins Berliner Abgeordnetenhaus ein, 2016 wurde er CDU-Generalsekretär. Neben der Politik war er auch in der freien Wirtschaft tätig, unter anderem in einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt maritime Wirtschaft. Auf seiner Webseite beschreibt er diese Prägung so: „In der Welt der Schifffahrt mit ihrer globalen Vernetzung und präzisen Zeitplänen gibt es wenig Geduld für Ausreden – wenn etwas nicht funktioniert, merkt man es sofort.“
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In der Berliner Regierung rückte Evers in zentrale Rollen auf. Er ist Finanzsenator und Wegner-Stellvertreter. Im April 2026 übernahm er zusätzlich das Ressort der zurückgetretenen parteilosen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson.
Stefan Evers: Das sind seine Schwerpunkte im Wahlkampf
Im Wahlkampf setzt Evers Schwerpunkte bei Sicherheit, einem strikten Sparkurs und einer saubereren Stadt. Er schlug vor, Bürgergeldempfänger zum Müllsammeln zu verpflichten, und brachte einen Verfassungstreuecheck für Beamte ins Spiel. Zudem forderte er eine Randbebauung des Tempelhofer Felds – trotz eines anderslautenden Volksentscheids.
Gegen die Berliner Linkspartei fährt Evers einen harten Kurs. Dem „Spiegel“ zufolge warf er der Partei vor, „Antisemitismus, Polizistenhass, Ablehnung der sozialen Marktwirtschaft“ zu propagieren. „Das halte ich für gefährlich, davor warne ich“, sagte er dem Magazin. Jüngste Umfragen prognostizieren ein enges Rennen zwischen CDU und Linkspartei.