Essen und Trinken
Schmelzflocken richtig zubereiten – darauf sollten Sie achten
30.12.2014Lesedauer: 5 Min.
Schmelzflocken haben aufgrund der neusten Erkenntnisse ihre Bedeutung bei der Babyernährung verloren. Sie sind aber nach wie vor ein wertvolles Nahrungsmittel für Kinder und Erwachsene. Mit unseren Tipps ist das richtige Zubereiten der Flocken kein Problem.
Der Name „Schmelzflocken“ ist eine eingetragene Marke der Peter Kölln KGaA. Andere Hersteller von Haferflocken bezeichnen ähnliche Produkte als lösliche Haferflocken.
Die Flocken enthalten immer alle Bestandteile eines Haferkorns. Wird das gesamte Korn zu einer Flocke ausgewalzt, entstehen kernige Haferflocken, die auch nach kurzem Kochen bissfest sind. Zarte Flocken für Hafergrütze entstehen, wenn geschrotete Körner gewalzt werden. Für Schmelzflocken wird Hafermehl zu Flocken ausgewalzt. Die Flocken unterscheiden sich in der Löslichkeit. Schmelzflocken lösen sich in Flüssigkeiten auf. Diese Flocken erfordern kein Kauen. Mit einer größeren Menge Flüssigkeit vermengt, sind sie trinkbar. Diese Flocken passieren auch den Breisauger an Babytrinkflaschen.
Aus Schmelzflocken können Sie außer Trinkmahlzeiten auch sämige Breie herstellen. Der Brei ist als Kindernahrung oder Schonkost für Kranke geeignet. Sie können ihn auch wie Müsli zum Frühstück essen, wenn Sie es nicht mögen, Ihr Müsli zu kauen. Die Flocken eignen sich auch, um Suppen oder Brei anzudicken. Erwachsene vermengen die Flocken gerne mit Fruchtsaft.
100 Gramm Schmelzflocken haben einen Brennwert von 1.524 Kilojoule (362 Kilokalorien). Sie enthalten 6,4 Gramm Fett und 58,3 Gramm Kohlenhydrate, davon sind 1,2 Gramm Zucker. 10,4 Gramm entfallen auf Ballaststoffe und 12,5 Gramm auf Eiweiß. Der Salzgehalt ist mit 0,01 Gramm niedrig. Ferner enthalten die Haferflocken 1,2 Milligramm Vitamin B1 und 3,7 Milligramm Eisen.
Bis Mitte der 1970er-Jahre galt das Fläschchen mit Schmelzflockenmilch als optimale Ernährung, sobald ein Kind von Muttermilch alleine nicht satt wurde. Heute empfehlen Kinderärzte und auch der Hersteller der Flocken, diese Kost erst ab dem sechsten Monat zu geben.
Reine Kuhmilch enthält viel Eiweiß, sie sättigt stark. Das Kind ist satt, hat aber nicht genügend Kohlenhydrate und Eisen zu sich genommen. Verdünnte Kuhmilch sättigt nicht ausreichend und enthält natürlich ebenfalls zu wenig Nährstoffe und Eisen. Durch den Zusatz von Schmelzflocken wird die verdünnte Milch gehaltvoller. Fläschchen mit verdünnter Milch und Schmelzflocken bekamen die Kinder früher ab etwa dem dritten Monat. In diesem Alter konnten die Kinder keinen Brei essen, daher mussten die Mütter den Kindern diese Nahrung im Fläschchen verabreichen.
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Zöliakie durch die Gabe von glutenhaltigen Nahrungsmitteln in den ersten sechs Lebensmonaten entwickeln kann. Die Glutenunverträglichkeit bleibt in der Regel den Rest des Lebens erhalten. Auf diesem Grund empfiehlt heute selbst der Hersteller der Flocken, dass Sie diese Ihrem Kind erst nach dem sechsten Lebensmonat geben sollten. In diesem Alter können die Kleinen schon richtigen Brei essen und machen es auch mit großem Vergnügen. Sie brauchen dem Kind also keinen dünnflüssigen Brei für das Fläschchen zu geben.
Eine Nahrung mit verdünnter Kuhmilch kann für Kinder problematisch sein, wenn Sie eine Allergie gegen Milcheiweiß haben oder keine Lactose vertragen. Blähungen und starkes Aufstoßen sind Zeichen von Lactoseintoleranz. Bekommt es beim Füttern rote Flecken im Gesicht oder eine verstopfte Nase, ist es vermutlich gegen das Eiweiß allergisch. Solche Unverträglichkeiten sind häufig. Sprechen Sie daher grundsätzlich mit dem Kinderarzt, wenn Sie die Ernährung umstellen wollen.