Neue Details zum Treffen von Rechtsextremen mit AfD- und CDU-Mitgliedern in Potsdam: Ein Mitarbeiter eines AfD-Politikers soll dort über seinen Kampf gegen die linke Szene referiert haben.
Das Medienportal Correctiv hat neue Details zu dem Treffen von Rechtsextremisten und Politikern von AfD und CDU veröffentlicht: Bei dem Treffen soll neben dem bekannten Rechtsextremisten Martin Sellner auch Mario Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt, über die Bekämpfung der linken Szene gesprochen haben.
In seinem Vortrag soll der 35-Jährige unter anderem darüber referiert haben, wie er Informationen über den Aufenthaltsort eines deutschen Linksextremisten in Polen an „polnisch erlebnisorientierte Fußballkreise“ übergeben haben soll. Der Mann sei daraufhin „sehr handfest und sportlich“ konfrontiert worden und habe einen Nervenzusammenbruch erlitten. Müller soll in seinem Vortrag nahegelegt haben, dass seine Arbeit im Bundestag ihm den Zugang zu vertraulichen Informationen ermögliche.
Mehrfach vorbestraft
Bei dem Linksextremisten soll es sich um Johannes D. handeln. D. hat 2022 im Prozess um die linksextreme Gruppe um Lina E. als Kronzeuge gegen E. ausgesagt. In Potsdam soll es Müller so dargestellt haben, als habe er dafür gesorgt, dass D. gegen E. ausgesagt habe. D. befindet sich seit seiner Aussage in einem Zeugenschutzprogramm.
Müller arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt. Er ist mehrfach vorbestraft, nach Recherchen der „Welt“ wurde er 2021 wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Müller hatte demnach zwei Polizeibeamte in Zivil angegriffen, wohl weil er sie für linke Aktivisten hielt.
Und bereits zuvor wurde Müller auffällig: 2013 wurde er zu siebeneinhalb Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung – weil er Jugendliche mit einem Totschläger angegriffen haben soll.
Vorwürfe bestritten
Müller soll laut dem Bericht in Potsdam auch darüber gesprochen haben, den Kanal „Dokumentation Linksextremismus“ auf der Plattform X zu betreiben. Auf dem geschlossenen Kanal soll Müller geleakte Details über Linksaktivisten verbreiten. Gegenüber Correctiv soll der 35-Jährige eine Beteiligung allerdings abgestritten haben.
Nach Einschätzung von Fachleuten soll der Account immer wieder exklusive Informationen wie Namen, Fotos oder Tatvorwürfe über Aktivisten der linksextremen Szene liefern. Unklar sei, ob diese von Polizei, Staatsanwaltschaften oder Verfahrensbeteiligten stammen.
Müller soll laut dem Bericht die Vorwürfe abgestritten haben: „Ich habe niemals einen „Schlägertrupp“ auf irgendjemanden angesetzt“, teilt er mit. Er habe sich nur „mit polnischen Journalisten“ über den Aufenthaltsort des Mannes „ausgetauscht“ und später „aus dem Internet“ von dem Angriff erfahren. Auch eine Beteiligung an der Plattform „Dokumentation Linksextremismus“ streitet er ab.
