Protestwelle hält an
Spanierin Maricarmen Abascal ist tot
Aktualisiert am 08.10.2026 – 11:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Ende September wird Maricarmen Abascal aus ihrer Wohnung in Madrid geworfen. Die Seniorin landet in einem Krankenhaus. Jetzt gibt es traurige Neuigkeiten.
In Spanien ist eine 87-jährige Frau nach einer Zwangsräumung ihrer Wohnung gestorben. Das teilte die Mietergewerkschaft von Madrid am Mittwoch mit. Zu der Wohnungsräumung war es Ende September gekommen. Maricarmen Abascal war seitdem im Krankenhaus gewesen.
Ihr Fall hatte in Spanien eine Debatte über den angespannten Wohnungsmarkt ausgelöst – und zu einer landesweiten Protestwelle geführt. Die Proteste und ein gescheitertes Gesetzesdekret zur Stärkung der Mieterrechte hatte den linken Regierungschef Pedro Sánchez veranlasst, eine Neuwahl für den 29. November anzusetzen. Das Dekret war im Parlament an der Mehrheit konservativer und rechtspopulistischer Parteien gescheitert.
Demonstranten, die seit Tagen in einem Protestcamp auf dem zentralen Platz Puerta del Sol in Madrid ausharren, legten eine Schweigeminute für Abascal ein. Abascal ist mittlerweile in Spanien zu einem Symbol des Kampfes für bezahlbaren Wohnraum geworden. Für den 11. November – also noch vor der Neuwahl – kündigten spanische Gewerkschaften einen Generalstreik an.
Proteste nach Tod von Seniorin: „Mörder, Mörder, Mörder“
Abascal war vor zwei Wochen aus ihrer Wohnung direkt in ein Krankenhaus gebracht worden. Schon sehr geschwächt wandte sie sich aus dem Krankenhaus an die Spanier. „Ich habe es nicht geschafft, mein Haus zu verteidigen, aber ich habe dafür gekämpft, damit auch andere für das kämpfen, was ihnen zusteht“, sagte sie vom Krankenbett aus.
Durch die Protestwelle hatte es sogar noch eine Einigung mit dem Vermieter über eine Rückkehr in die Wohnung gegeben. Nach Angaben ihrer Rechtsanwältin Beatriz Duro stand die Unterzeichnung eines neuen Mietvertrages mit einer Laufzeit von acht Jahren unmittelbar bevor.

Abascal war am 23. September nach jahrelangem Kampf mit dem Vermieter von der Polizei aus der Wohnung in Madrid geholt worden – sie hatte in der Wohnung seit 70 Jahren gelebt. Eine Sprecherin des Mieterbundes erklärte: „Die Immobilienspekulanten haben Maricarmen umgebracht.“
Das Haus, in dem Abascal lebte, war bereits 2018 von der Immobilienfirma Urbagestión Desarrollo e Inversión S.L. gekauft worden. Das Unternehmen erhöhte in den folgenden Jahren die geforderte Miete von etwa 500 Euro auf rund 2.650 Euro im Monat.
Menschen zündeten Kerzen an, andere hielten eine Totenwache vor ihrem früheren Wohnhaus und legten Blumen nieder. „Das sind keine Tode, das sind Morde“ und „Mörder, Mörder, Mörder“, skandierten Demonstranten beim spanischen Parlament.