440 Festnahmen

Schüler wüten in Nachbarland – Situation eskaliert


Aktualisiert am 30.09.2026 – 08:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Schüler vor brennenden Fahrrädern: Am Dienstag hat es bei Protesten Hunderte Festnahmen gegeben. (Quelle: Jean-Francois Badias/AP/dpa/dpa-bilder)

Die Schülerproteste in Frankreich weiten sich aus: Dutzende Schulen waren am Dienstag blockiert. Es gab Hunderte Festnahmen und auch zahlreiche Verletzte.

Die teils gewaltsamen Proteste gegen die schlechte Ausstattung von Schulen in Frankreich haben sich ausgedehnt und zu zahlreichen Festnahmen geführt. Innenminister Laurent Nuñez sprach im Sender BFMTV von 440 festgenommenen Menschen am Dienstag, der Großteil seien Minderjährige. Den Festgenommenen würden zumeist Sachbeschädigung oder Angriffe auf Ordnungskräfte vorgeworfen, so Nuñez. Noch seien die Zahlen vorläufig. Das Bildungsministerium meldete zugleich 31 Verletzte unter Schülern und Beschäftigten.

Nach Angaben des Bildungsministeriums waren am Dienstag insgesamt 416 Schulen von Protesten oder Störungen betroffen. Am Abend waren demnach noch 338 Schulen betroffen, 45 davon blockiert; an 46 weiteren gab es Blockadeversuche.

Schüler beklagen fehlende Lehrer und schlechte Ausstattung

Die Proteste hatten bereits am Freitag an weiterführenden Schulen im Großraum Paris begonnen und sich anschließend auf andere Landesteile ausgeweitet. Sie richten sich gegen fehlende Mittel, zu wenig Lehrkräfte an den Schulen und heruntergekommene Gebäude.

Am Montag waren bei Protesten an Schulen in mehreren Städten Frankreichs Dutzende Menschen verletzt und mindestens 164 festgenommen worden. Während die Regierung Gewalt seitens der Protestierenden beklagte, warnten die Gewerkschaften davor, die Polizei gegen die legitimen Proteste der jungen Leute einzusetzen.

Schüler blockieren eine Schule in Paris. (Quelle: IMAGO/Paoloni Jeremy/ABACA/imago)

Minister: „Diese Gewalt ist unsäglich“

Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien am Dienstag verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray. Unter den Verletzten seien ein Lehrer, der im Norden des Landes geschlagen worden sei, sowie ein Schulleiter, der im Département Hauts-de-Seine durch einen Feuerwerkskörper verletzt worden sei. Ein weiterer Schulleiter sei im Département Essonne mit dem Tod bedroht worden. „Diese Gewalt ist unsäglich“, schrieb der Minister im Onlinedienst X.

Das Demonstrationsrecht sei eine grundlegende Freiheit, dürfe aber nicht als Rechtfertigung für kriminelle Akte dienen, erklärte Geffray weiter. „Wer sie legitimiert oder in diesem Zusammenhang zur Ausweitung der Blockaden aufruft, bringt unsere Schüler ebenso wie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Gefahr. Das ist unverantwortlich.“

Frankreichs Staatsverschuldung auf Rekordwert

Feuerwehrleute schwenken Fahnen: Auch im öffentlichen Dienst wurde am Dienstag gestreikt. (Quelle: IMAGO/Julien Mattia / Le Pictorium/imago)
Share.
Leave A Reply

Exit mobile version