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Politik

300.000 Kitaplätze fehlen – Ost-West-Spaltung

wochentlich.deBy wochentlich.de30 November 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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300.000 Kitaplätze fehlen – Ost-West-Spaltung
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Mangel an Kitaplätzen

300.000 Kitaplätze fehlen – Ost-West-Spaltung

Aktualisiert am 29.11.2025 – 10:05 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die Planung von Kitaplätzen sind keine Sandkastenspiele. (Symbolfoto) (Quelle: Christoph Soeder/dpa/dpa-bilder)

Neue Lückenliste zum Kitaplatz-Mangel: Im Westen Deutschlands suchen viele Eltern lange vergebens nach einem Platz. Im Osten könnten Kitas mangels Bedarf bald in Jugendtreffs umgebaut werden.

Für rund 300.000 Kinder unter drei Jahren fehlen in Deutschland nach einer neuen Studie Kitaplätze. Damit haben 14,2 Prozent der unter Dreijährigen mit Betreuungsbedarf keinen Platz, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Besonders im Westen bleibe die Lage „angespannt“.

Laut der Studie wünschen sich Eltern für insgesamt 1,1 Millionen Kinder dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz. Rund 800.000 Kinder wurden institutionell betreut. In die Berechnung des arbeitgebernahen Instituts eingeflossen, war eine repräsentative Befragung der Regierung zu den Betreuungswünschen. Das IW verwendete zudem Betreuungs- und Gesamtdaten des Statistischen Bundesamts zu Kindern.

Die Zahlen schwanken über die Jahre. Die meisten Kinder waren laut der Erhebung 2023 in institutioneller Betreuung, nämlich 857.000 Mädchen und Jungen. Bis heute sank die Zahl um 56.000. Als Hauptgrund nennt das Institut stark gesunkene Kinderzahlen.

Wie verbreitet es ist, dass Wunsch und Wirklichkeit bei der Kinderbetreuung auseinanderklaffen, hängt vom Wohnort ab. In Ostdeutschland haben laut Studie 7,3 Prozent der Kinder unter drei mit Bedarf keinen Platz – in Westen 15,6 Prozent.

In Nordrhein-Westfalen fehlen demnach zum Beispiel 85.000 Plätze. Damit gehen im bevölkerungsreichsten Bundesland 18 Prozent der Kinder, für die es Bedarf gibt, leer aus. In den Ländern mit den anteilsmäßig größten Lücken, Bremen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, fehlt es laut der Studie für jeweils knapp 19 Prozent der Kinder unter drei an Plätzen. In der Hauptstadt Berlin schrumpfte die Lücke innerhalb von fünf Jahren um fast vier Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.

Für wie viel Prozent aller Kinder unter drei mit Betreuungsbedarf fehlt in den einzelnen Ländern also ein Betreuungsplatz? Das zeigt diese Liste der Betreuungslücken (alphabetisch):

In Baden-Württemberg sind das 13,6 Prozent; in Bayern 12,8; Berlin 10,6; Brandenburg 6,1; Bremen 18,9; Hamburg 8,9; Hessen 16,8; Mecklenburg-Vorpommern 4; Niedersachsen 16,3; NRW 18; Rheinland-Pfalz 18,7; Saarland 18,5; Sachsen 6,3; Sachsen-Anhalt 4,3; Schleswig-Holstein 13,4 und in Thüringen 8,2 Prozent.

Ins Verhältnis gesetzt, hat das IW hierbei die Zahl der Eltern, die nach eigenen Angaben Betreuungsbedarf haben, mit der Zahl der betreuten Kinder.

Das Institut macht auf Rückgänge im Osten aufmerksam. „Hier ist die Zahl der unter Dreijährigen seit 2019 mit einem Rückgang um fast 20 Prozent regelrecht eingebrochen“, schreibt das IW. Das habe auch zu einem starken Rückgang des Bedarfs geführt, wenn sich rechnerisch im Osten auch immer noch eine Lücke von 25.000 Plätzen ergibt.

IW-Experte Wido Geis-Thöne prognostizierte, dass in den Ostländern wohl künftig Kita-Plätze abgebaut würden. Ein Rückbau der Kapazitäten scheine „unausweichlich“, so die Studie. Die Forscher mahnen, die Gebäude und Orte so zu erhalten, dass sie in Zukunft bei Bedarf wieder in Betreuungseinrichtungen umgewandelt werden können. Eignen könne sich dafür eine Nutzung als Jugendtreffs oder Vereinsheime.

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