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Politik

104. Katholikentag – eine Bilanz in fünf Teilen

wochentlich.deBy wochentlich.de17 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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104. Katholikentag – eine Bilanz in fünf Teilen
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Wer gehofft hatte, auf dem Katholikentag würde sich Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, etwas Konkretes entlocken lassen zu den deutschen Plänen, wurde enttäuscht. Seine Worte blieben allgemein.

Die große Wunde – der Missbrauchsskandal

Kurz vor dem Treffen hatte Stetter-Karp wachrütteln wollen: „Ich habe den Eindruck, dass wir nicht nur in der Kirche in eine Phase zunehmender Teilnahmslosigkeit eintreten“, kritisierte sie. „In Gesellschaft, Medien und unseren Reihen breitet sich Ungeduld, ja sogar eine Art Müdigkeit aus. Immer öfter höre ich die Frage, wann denn dieses Thema endlich erledigt sei.“

Auf dem Katholikentag war das Thema präsent – sei es in einer Kunstinstallation, sei es in Diskussionsveranstaltungen. Kritische Worte kamen von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), der erklärte, die Kirche sei nach Aufdeckung des Missbrauchsskandals nur schwer in die Gänge gekommen.

Umgekehrt hatte der Würzburger Bischof Franz Jung auf einer Podiumsdiskussion betont, er wünsche sich mehr Engagement des Staates bei der Aufklärung. Das hätte auch die Kirche entlastet.

Klimaschutz – war da was?

Klimaschutz war vor Jahren ein Trendthema, ein großes Ding. In den öffentlichen Debatten ist Klimaschutz inzwischen in den Hintergrund gerückt, wird von bestimmten Kräften sogar abgelehnt. Auf dem Katholikentag ging es aber sehr wohl um Klimapolitik. Kanzler Friedrich Merz (CDU) sei hier endlich einmal nach diesem Thema befragt worden, lobte Klimaaktivistin Luisa Neubauer: „Das war überfällig.“

ZdK-Chefin Stetter-Karp findet, Themen wie Nachhaltigkeit hätten in der aktuellen Regierung zu wenig Raum. Doch es sei wichtig, darüber zu sprechen. In einem TV-Interview versicherte Wilmer: Die Kirche müsse Anwältin der Erde sein. „Kirche muss den Schrei der Schöpfung hören, muss achtsam sein, wenn schäbig mit der Umwelt umgegangen wird.“

Extreme Kräfte – nicht eingeladen, aber doch präsent

Repräsentanten und Mandatsträger der AfD waren nicht zum offiziellen Teil des Katholikentags geladen. Präsent war das Thema dann trotzdem. Angesichts nationalistischer Aussagen der AfD, die an die dunkelsten Zeiten der Geschichte erinnerten, könne die Kirche nicht schweigen, sagte Wilmer.

Bodo Ramelow (Linke), Vizepräsident des Bundestags, bezeichnete die AfD aufgrund ihres Programms für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als sehr kirchenfeindlich.

Die Sorge vor Spaltungen in der Gesellschaft, vor dem weiteren Erstarken extremistischer Kräfte war allgegenwärtig. CSU-Chef Söder sagte, die AfD sei erfolgreich, weil viele Menschen sich vor Veränderung sorgten und Angst vor Abstieg hätten. „Und aus Angst erwächst häufig auch Radikalität.“ Aufgabe aller sei es, die Demokratie zu erhalten. „Und da müssen wir alle noch viel mehr über unseren Schatten springen, als wir glauben“, sagte Söder. „Ich behaupte, dass die AfD die schlimmste rechte Organisation in ganz Europa ist.“

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