Stadtrat macht den Weg frei

Vollumbau des Max-Morlock-Stadions beschlossen


23.07.2026 – 07:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick ins Max-Morlock-Stadion (Archivbild): Der geplante Vollumbau soll rund 200 Millionen Euro kosten. (Quelle: Imago/Matthias Wehnert)

Der Stadtrat beschließt den nächsten Schritt für den Umbau des Max-Morlock-Stadions. Offen bleibt weiterhin, wo der Club während der Bauzeit seine Heimspiele austragen wird.

Der Nürnberger Stadtrat hat am Mittwoch einstimmig grünes Licht für den geplanten Vollumbau des Max-Morlock-Stadions gegeben. Im nächsten Schritt soll nun die Anfang des Monats vorgestellte Vorzugsvariante weiter ausgearbeitet und die europaweite Vergabe der Planungs- und Bauleistungen vorbereitet werden.

Die Vorzugsvariante sieht ein modernes Fußballstadion mit rund 50.000 Plätzen vor. Die Laufbahn soll entfallen, sodass die Tribünen näher an das Spielfeld rücken und eine „intensivere Atmosphäre“ entstehen soll. Zudem sind größere und modernere Flächen für Kioske, sanitäre Anlagen, Einsatzkräfte und Hospitality-Bereiche geplant. Die denkmalgeschützte achteckige Form sowie die Bauhaus-Fassade der Haupttribüne bleiben erhalten.

Nürnberg bringt sich für mögliche Heim-WM ins Spiel

Mit dem Umbau will Nürnberg außerdem die Voraussetzungen schaffen, künftig als Spielort einer möglichen Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland infrage zu kommen. Nach Angaben der Stadt war die Bewerbung für die Europameisterschaft 2024 im Wesentlichen daran gescheitert, dass das Stadion die internationalen Anforderungen an eine moderne Arena nicht mehr erfüllt.

Luftbild des Max-Morlock-Stadions (Archivbild): Zuletzt wurde es 2003 umfassend saniert. (Quelle: Imago/Imagebroker)

Nach dem Vollumbau soll das Stadion bei internationalen Spielen über rund 40.000 Sitzplätze verfügen und damit die Voraussetzungen für große internationale Fußballturniere erfüllen. Zudem sollen dort künftig auch Konzerte und andere Großveranstaltungen stattfinden können. Nicht weiterverfolgt werden dagegen die Pläne für einen Discounter, eine Kindertagesstätte und ein offenes, mehrgeschossiges Parkdeck auf dem Stadiongelände.

Stadtrat schließt Interimsstadion außerhalb Nürnbergs aus

In den kommenden Monaten soll nun die Vorzugsvariante „planerisch vertieft“ werden, teilte die Stadt mit. Parallel dazu werde ein Businessplan erstellt, der die wirtschaftlichen Perspektiven des neuen Stadions untersucht. Gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg und dem Freistaat Bayern soll darauf aufbauend ein tragfähiges Finanzierungskonzept entwickelt werden. Die Kosten für den Vollumbau werden nach ersten Schätzungen auf rund 200 Millionen Euro beziffert.

Weiterhin offen ist, wo der Club während der auf etwa vier Jahre geschätzten Umbauzeit seine Spiele austrägt. Bislang habe sich kein geeigneter Standort für ein Interimsstadion innerhalb Nürnbergs gefunden, teilte die Stadt mit. Bis Ende des Jahres soll die Prüfung abgeschlossen sein. Investitionen der Stadt in ein Interimsstadion außerhalb des Stadtgebiets habe der Stadtrat ausgeschlossen. Die Stadt prüfe aber gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg die Möglichkeit, während der Bauzeit ein bestehendes Stadion außerhalb Nürnbergs zu nutzen.

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