Quarantäne – 1.200 Passagiere sitzen fest
Dutzende Menschen auf Kreuzfahrtschiff erkrankt
Aktualisiert am 13.05.2026 – 18:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Passagier stirbt nach einer Magen-Darm-Erkrankung, 50 weitere Menschen an Bord klagen über Symptome. Per Hubschrauber kommt ein Ärzteteam – die Behörden bestimmen: Niemand darf von Bord.
Vor Frankreich steht ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne: Rund 1.200 Passagiere und 500 Besatzungsmitglieder dürfen das Schiff aufgrund des Ausbruchs einer Krankheit nicht verlassen.
Ein 90 Jahre alter Passagier starb, rund 50 weitere Menschen an Bord leiden unter Magen-Darm-Beschwerden. Betroffen ist das Kreuzfahrtschiff „Ambition“ der Reederei Ambassador Cruise Line. Es war am 6. Mai von den Shetlandinseln ausgelaufen und sollte von Bordeaux aus weiter nach Spanien fahren.
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Wie die Zeitung „Sud Ouest“ berichtete, flog in der Nacht zum Mittwoch ein Ärzteteam des Universitätsklinikums Bordeaux auf das Schiff. Am frühen Morgen ging demnach ein weiteres Team von Medizinern an Bord, um Proben zu nehmen und zur Analyse zu schicken. Der Anfangsverdacht lautete auf einen Norovirus-Ausbruch. Diese Viren sind sehr ansteckend und lösen Durchfall und Erbrechen aus.
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Nach den ersten Analysen scheinen die Krankheitssymptome allerdings eine andere Ursache als eine Norovirus-Infektion zu haben, meldete die französische Nachrichtenagentur AFP. Es würden noch weitere Untersuchungen gemacht, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Möglicherweise habe es ein Problem mit verdorbenen Lebensmitteln gegeben.
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Kein Zusammenhang mit Hantavirus-Ausbruch
Einen Zusammenhang mit dem Hantavirus schlossen die Gesundheitsbehörden am Mittwoch hingegen aus. Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ war es während einer Fahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen, bei dem drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, bei dem dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich.
Eine über 65 Jahre alte Französin befindet sich unterdessen in kritischem Zustand. Sie leide unter der „schwersten Form“ des von Hantaviren verursachten kardiopulmonalen Syndroms, sagte der Infektiologe Xavier Lescure vom Bichat-Krankenhaus. Die Frau musste demnach an eine künstliche Lunge angeschlossen werden.
