
Flaute nach dem Sturm
Motorradmarkt bricht stark ein
23.10.2025 – 07:02 UhrLesedauer: 2 Min.
2025 wurden so wenige Motorräder neu zugelassen wie seit Jahren nicht mehr. Grund: Händler hatten Ende 2024 ihre Lager geleert, bevor eine Abgasnorm in Kraft trat. Ein Effekt, der noch immer starke Nachwirkungen hat.
Der deutsche Motorradmarkt taumelt. 2025 wurden so wenige Motorräder neu zugelassen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Ursache dafür ist ein Effekt, den die Branche selbst verschuldet hat: Ende 2024 ließen Käufer und Händler massiv Motorräder zu. Fast 32.000 Maschinen wurden noch kurz vor Jahreswechsel neu angemeldet – ein historischer Spitzenwert.
Der Grund für diesen Ansturm war die Einführung der neuen Abgasnorm Euro 5+ zum 1. Januar 2025. Sie gilt für neu zugelassene Motorräder, aber nicht für bereits zugelassene. Um die strengeren Vorgaben zu umgehen, brachten viele Händler ihre Euro-5-Modelle noch im alten Jahr zur Zulassung.
Dieser Vorzieheffekt schlägt nun voll durch. Während Händler weiterhin daran arbeiten, die Bestände aus dem Vorjahr abzubauen, ist die Nachfrage nach neuen Modellen im laufenden Jahr stark gesunken.
Zwischen Januar und September 2025 wurden knapp 139.500 Maschinen erstmals zum Straßenverkehr angemeldet – fast ein Viertel weniger als im gleichen Zeitraum 2024. Der Rückgang betrifft fast alle Kategorien: Motorräder, Kraftroller, Leichtkrafträder und Leichtkraftroller verzeichnen zweistellige Einbußen.
Die einzige Ausnahme bilden Elektromotorräder und -scooter. Sie waren Ende 2024 vom Zulassungsschub nicht betroffen, da die strengeren Abgasvorschriften für sie natürlich nicht gelten.
Im September stiegen ihre Neuzulassungen um 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden in dieser Kategorie 607 Fahrzeuge registriert. Für die Branche ist das ein Hoffnungsschimmer – mehr aber auch nicht.












