Am Nürnberger Flughafen
Zoll verrät Details zu größten Kokainfund seit 20 Jahren
09.08.2026 – 19:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Koffer bleibt am Gepäckband liegen und ruft Zollbeamte auf den Plan. Der Besitzer lässt den Koffer nach Spanien schicken – und erlebt eine böse Überraschung.
Am Flughafen Nürnberg hat der Zoll 16,5 Kilogramm Kokain in einem herrenlosen Koffer sichergestellt. Wochen später nahm die Polizei einen 72-jährigen Spanier in Barcelona fest, wie das Zollfahndungsamt München am Sonntag (9. August) mitteilte.
Das Besondere: Die Tat hat sich nicht nur bereits im November ereignet, sondern ist auch gleichzeitig der größte Drogenfund am Nürnberger Flughafen seit 20 Jahren. Dass das Zollfahndungsamt erst jetzt den Fall vermeldet, hat einen Grund.
72-jähriger Schmuggler bekommt „kalte Füße“
Der Fall ereignete sich bereits im November des vergangenen Jahres. Laut Zoll hatten Mitarbeiter der Gepäckermittlung den Koffer am Band am Nürnberger Flughafen entdeckt. Sie übergaben ihn dem Flughafenzoll. Eine Röntgenkontrolle zeigte ein eindeutiges Bild, das sich nach dem Öffnen bestätigte: Der Koffer war voller Kokain. Es handelte sich um eine Menge von knapp 16,5 Kilo und war ausschließlich in Ziegeln gepresst.

Die Auswertung der Fluggastdaten zeigte schließlich, dass ein 72-jähriger Spanier den Koffer am 30. November im ecuadorianischen Guayaquil aufgegeben hatte. Nach seiner Ankunft in Nürnberg habe er, so die Mitteilung, „kalte Füße“ bekommen und das Gepäckstück liegen gelassen.
Ermittler schlugen in Barcelona zu
Einen Tag später sei er ohne den Koffer nach Barcelona geflogen. Doch offenbar wollte er seine wertvolle Ware nicht in Franken lassen und beauftragte die Fluggesellschaft, ihm das Gepäckstück nachzusenden. Doch dabei war ihm scheinbar nicht bewusst, dass die Behörden bereits den Koffer durchleuchtet hatten.
Als der 72-Jährige am 9. Dezember schließlich am Flughafen in Barcelona den Koffer abholen wollte, klickten stattdessen die Handschellen: Am 9. Dezember wurde er von den spanischen Polizeibehörden festgenommen, die dann auch die weiteren Ermittlungen übernahmen.
Obwohl der Fall sich im Winter ereignet hatte, konnte dieser samt Sensationsfund erst jetzt veröffentlicht werden – „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie es heißt.