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Finanzen

Zahl sinkt weiter – weitere Kassen prüfen Fusion

wochentlich.deBy wochentlich.de27 April 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Zahl sinkt weiter – weitere Kassen prüfen Fusion
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600.000 Versicherte betroffen

Zwei weitere Krankenkassen prüfen Fusion


27.04.2026 – 13:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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Verschiedene Gesundheitskarten (Symbolbild): Die Zahl der Krankenkassen könnte bald weiter sinken. (Quelle: IMAGO/ Wolfilser/imago)

Bisweilen ruft die Anzahl der Krankenkassen in Deutschland Kritik hervor. Zum Jahreswechsel könnte deren Bestand jedoch weiter sinken.

Die Zahl der Krankenkassen könnte sich zum 1. Januar 2027 weiter verringern. Laut dem Fusionsregister des Bundeskartellamtes prüft die IKK gesund plus aus Magdeburg eine Fusion mit der IKK Brandenburg und Berlin aus Potsdam.

„Vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen und der Gesamtsituation in der GKV werden beide Kassen ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren“, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage von t-online. Weiterhin werden auch die Vorteile eines Zusammenschlusses beider Kassen geprüft. Ein entsprechender Entschluss soll im Juli gefasst werden.

Die IKK gesund plus ist durch einen Zusammenschluss der IKK Sachsen-Anhalt und der IKK Bremen und Bremerhaven entstanden und hatte zum 1. Januar dieses Jahres rund 412.000 Versicherte. Die IKK Berlin und Brandenburg kommt derweil auf rund 209.000 Versicherte. Durch einen Zusammenschluss würde die fusionierte Kasse mit über 600.000 Versicherten zu den 25 größten Krankenkassen in Deutschland zählen.

Über die Zahl der Krankenkassen wird angesichts der anstehenden Reform der gesetzlichen Krankenversicherung derzeit stark diskutiert. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann plädierte dafür, die Zahl der Krankenkassen deutlich zu senken. „Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten. Riesen-Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Mindestens die Hälfte. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen“, sagte er in der Sendung Frühstart von RTL/ntv.

Auch Gesundheitsministerin Nina Warken will eine Reduzierung der Krankenkassen nicht ausschließen. Im Gespräch mit der „Bild“ erklärte sich Warken offen, über diese Frage zu diskutieren. Man könne überlegen, ob man so viele Krankenkassen wie derzeit tatsächlich braucht. Warken regte eine Mindestversichertenzahl für Krankenkassen an. „Das ist eine Frage, die sich jetzt die Kommission noch mal anguckt“, so Warken.

Gleichzeitig betonte Warken, dass die Verwaltungskosten der Kassen nicht „das große Problem im System sind“. Die Kassen selbst verweisen auf die sinkenden Verwaltungskosten und den ersten Empfehlungskatalog der Finanzkommission Gesundheit. Diese hatte sich gegen die Einrichtung einer Einheitskasse ausgesprochen.

Stattdessen verwiesen die Experten auf Erfahrungen aus Österreich. Dort waren im Jahr 2020 neun Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse fusioniert. Entgegen den Erwartungen stiegen die Verwaltungskosten jedoch rasant: von 2020 bis 2024 um 25 Prozent. Im deutschen System stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum indes nur um sieben Prozent.

Unabhängig von der politischen Debatte sinkt die Zahl der Krankenkassen seit Jahren. Waren es im Jahr 1990 noch 1.147, sank ihre Zahl bis 2000 auf 420. Zum 1. Januar 2026 gab es nur noch 93 Kassen. Diese Zahl könnte bis 2027 weiter sinken. Neben der IKK gesund plus und der IKK Berlin und Brandenburg prüfen zudem die Salus BKK und die BIG direkt gesund sowie die mkk und die BKK Pfalz einen Zusammenschluss. Die Kassen verweisen auf die steigenden Herausforderungen, etwa im Bereich der Digitalisierung und des Fachkräftemangels. Welche Auswirkungen eine Kassenfusion für die Versicherten hat, lesen Sie hier.

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